Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Harald Riemann. Der pakistanische Journalist Ahmed Rashid stellt ausführlich dar, woher die Taliban kommen, wie sie ihre heutige Machtstellung erlangt haben und in welches komplizierte politische Spiel um Macht und Erdöl sie verstrickt sind.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Sehr erhellend findet Rezensent Hans Ehlert dieses Buch über die Taliban von Ahmed Rashid. Er attestiert dem pakistanischen Journalisten Hintergrundwissen, das hierzulande oft fehle. Die Entstehung der Taliban während der sowjetischen Besatzung in Afghanistan lobt er als fundiert und kenntnisreich geschildert. Auch die Darstellung des religiösen Regimes der Taliban nach dem Ende des Bürgerkrieges sowie ihre Führungs- und Organisationsstruktur hält er für gelungen. Er hebt hervor, dass Rashid zudem die Rolle der USA und Pakistans beim Aufstieg der Taliban gewissenhaft unter die Lupe nimmt. Jedem, der Genaueres wissen möchte über die Taliban und die unübersichtliche Lage in Afghanistan, kann er das Buch nur empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Edeltraud Rattenhuber hat ein "akribisch recherchiertes Tagebuch des Zerfalls" Afghanistans gelesen. Darin schildere der Autor die gegenwärtigen Auseinandersetzungen als "unausweichliche Katastrophe": Ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg hätte das Land zerstört, "weil alle wegsahen" behauptet der Autor, der ganze 21 Jahre an diesem Buch gearbeitet hat. Ahmed Rashid ist nicht daran gelegen, die Taliban zu entschuldigen; vielmehr will er für einen "weniger emotionalen Ton" in der Diskussion sorgen, klärt Rattenhuber auf. Rashid ist der Ansicht, dass sich die Attentate vom 11. September bereits Anfang des Jahres angedeutet hätten: UN-Sanktionen sowie der Umgang der Europäer mit einem Erzfeind der Taliban hätten die Gotteskrieger erzürnt. "Nie gelang es Fremden, die Afghanen zu erobern", übermittelt die Rezensentin dann auch eine Warnung des Autors, der die "nicht-afghanischen Akteure" vor einem Scherbenhaufen ihrer Politik stehen sieht. Die Rezensentin ist angetan: Ein "kundiges Buch".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.11.2001
Das Buch des exzellenten Afghanistan-Kenners Ahmed Rashid - jahrzehntelang berichtete er für die "Far Eastern Economic Review" und den "Daily Telegraf" über das zerrüttete Land - sollte zur intensiven Pflichtlektüre für alle Politiker werden, die an der Entscheidung, Soldaten nach Afghanistan zu schicken, beteiligt sind, ist Karl Grobe überzeugt. Denn Rashid gibt dem Leser äußerst wichtige Informationen mit auf den Weg: über den Aufstieg der Tailban, über ihre Ausbildungsstätten, ihre Verbindung zu Al Qaeda, die Verwicklung der Sowjetunion, Pakistans und der USA und über wirtschaftliche und politische Interessen in der Region. Bei Rashid erfährt man mehr als irgendwo sonst, so der Rezensent, und man erfährt es sympathisch bescheiden - ganz im Gegensatz zu manch "marktschreierischen oder auch nur selbst ernannten Islam-Experten". Das Buch sei beklemmend aktuell und zeige in aller Deutlichkeit, dass der aktuelle Afghanistan-Krieg dem Elend und der Not des Volkes keinesfalls ein Ende bereiten wird.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2001
Richtig interessant findet der Rezensent Wolfgang Günter Lerch diese Arbeit des pakistanischen Journalisten Ahmed Rashid über die Taliban, die er "eine Pioniertat" nennt - informativ und dazu auch noch "spannend zu lesen". Außer ein paar Flüchtigkeitsfehlern bei der Transskription der islamischen Namen hat er an dem Buch inhaltlich nichts auszusetzen. Lerch berichtet, dass man bei der Lektüre eine Menge lernen kann, etwa darüber, dass die Taliban zwar auch ein Ergebnis der internationalen Interessenlage in Afghanistan, in erster Linie ein Produkt des heimischen Bürgerkriegs sind: "Der Autor räumt auf mit der Legende, die Vereinigten Staaten hätten die Taliban durchgängig gemästet, um sie jetzt fallen zu lassen." Nach Informationen des Rezensenten überarbeitet der Autor gerade das letzte Kapitel, und das wird nach Lerchs Einschätzung wahrscheinlich wenig optimistisch ausfallen, denn bei Rashid überwiegt Skepsis angesichts der zu bewältigenden Aufgaben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001
Das Buch über die Taliban des pakistanischen Journalisten Ahmed Rashid, der sich seit mehr als zwanzig Jahren intensiv publizistisch mit dem Nachbarland Afghanistan beschäftigt, hat wegen seiner Fülle an Informationen das Potential eines Standardwerks über den Aufstieg einer Miliz in die Riege der Weltpolitik, schreibt Petra Kappert. Einzig die Detailfreudigkeit im ersten Teil des Buchs, in dem der Autor den historischen Hintergrund der Taliban erörtert, könnte manchen Leser überfordern, mutmaßt die Rezensentin. Störend findet sie auch die uneinheitliche, oft unsinnige oder falsche Schreibweise von Orts- und Personennamen. Trotzdem hat Kappert der Lektüre viele Erkenntnisse über die besondere Rolle des Islam in Afghanistan und die Indoktrination der Taliban durch Osama bin Laden abgewonnen.
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