Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
In ihren Reportagen bringen uns Susanne Koelbl und Olaf Ihlau den Konfliktherd Afghanistan nahe. Sie sprechen mit Beteiligten aller Seiten - jungen Talibankämpfern, Drogenbaronen, verschleierten Polizistinnen, westlichen Diplomaten und Soldaten - und geben damit dem vermeintlich so fernen Konflikt ein menschliches Gesicht. Noch bis vor kurzem hätten sich die meisten Deutschen damit schwer getan, Afghanistan auf der Weltkarte zu finden. Nun ist in diesem fremden, fernen Land die westliche Militärallianz in einen Konflikt verstrickt, der in einem Desaster auch für die dort stationierten deutschen Soldaten enden könnte. Die USA kämpfen mit ihren Nato-Partnern um Dominanz und Stabilität in Afghanistan - und damit letztlich um die Zukunft Mittel- und Westasiens mit seinen Rohstoffen. Doch das westliche Bündnis läuft dabei Gefahr, als neuer Besatzer verhasst und erbittert bekämpft zu werden. In den südöstlichen Stammesgebieten der Paschtunen sind die islamistischen Taliban, Verbündete Osama Bin Ladens, bereits wieder auf dem Vormarsch.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2007
Zwiegespalten gibt sich Rezensent Konrad Watrin hinsichtlich dieses Afghanistan-Buchs der Spiegel-Autoren Susanne Koelbl und Olaf Ihlau. Einerseits fasziniert ihn das "wahre Kaleidoskop eines wirren Landes", das ihm die Autoren präsentieren. Die Reportagen, in denen er zum Beispiel ehemaligen Mujahedin, gebeutelten Bauern, paschtunischen Frauen oder Drogenbossen im Parlament begegnet, findet er an vielen Stellen erhellend und die dazugehörigen Fotografien beeindruckend. Wie er bedauert, erschlage jedoch die "oft zynisch-unterkühlte 'Spiegel'-Sprache den Titel von hinten". Der Reportagenstil garantiere zwar eine spannende Lektüre, doch die "Schnodder-Sprache" beinträchtige die Genauig- und Ernsthaftigkeit der Darstellung - was für den Rezensenten schon beim "läppischen Titel", beginnt, der ihn zu sehr an Karl May erinnert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2007
Peter Münch hat zwei Afghanistan-Bücher gelesen, die, wie er feststellt, nicht nur eine ganz unterschiedliche Zielsetzung haben, sondern deren Qualität, wie er meint, stark voneinander abweicht. "Geliebtes, dunkles Land", in dem die Journalisten Susanne Koelbl und Olaf Ihlau in 22 Kapiteln über Land und Leute und nicht zuletzt auch die regierenden Kräfte aus ihren zahlreichen Reportagereisen schöpfen, überzeugt den Rezensenten durch die lebendige Schilderung von Selbsterlebtem und die Informationen aus erster und zweiter Hand. Spannend findet der begeisterte Münch die Mischung aus historischen Fakten und Anekdoten, Interviews und Zitaten. Nur manchmal fühlt sich Münch etwas von der Informationsfülle überwältigt, die die Autoren ihren Lesern aufbürdeten, insgesamt aber betont er, dass Koelbl und Ihlau durch ihre ausgewogenen Analysen und ihre differenzierte Sichtweise auch einen nützlichen Beitrag für die "aktuelle politische" Auseinandersetzung bieten. Am Ende kann er sich dann auch der Einsicht der Autoren nicht verschließen, dass Afghanistan auf dem Weg zum Frieden weiter begleitet werden sollte.
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