Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Herausgegeben von Werner Fuld und Thomas F. Schneider. Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich verband über Jahre eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die Remarque zu hinreißenden und bewegenden Liebesbriefen motivierte. Sie werden hier, mit den wenigen erhaltenen Antworten von Marlene Dietrich, zum ersten Mal veröffentlicht...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001
Die letzte große Liebesgeschichte des 20. Jahrhunderts sei sie gewesen, behauptet Mitherausgeber Werner Fuld in diesem Buch, die Beziehung zwischen Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich in den Jahren 1937 bis 1940. Das sicher nicht, korrigiert Rezensent Wilhelm von Sternburg, aber unbestritten eine recht dramatische. Wohl weniger für Marlene Dietrich, die ihren Geliebten oft betrog, als für den sensiblen Remarque, der unter der Untreue der Dietrich offenbar schwer gelitten hatte. Seine Qualen hat der Rezensent aus seinen Briefen und Tagebuchnotizen herausgelesen, die Fuld und Thomas F. Schneider nun herausgegeben haben. Von Sternburg bedauert, dass nur Remarques Briefe an die Diva zu lesen sind - deren eigene Briefe hatte Remarques spätere Ehefrau Paulette Goddard nach seinem Tod im Jahr 1970 vernichtet. Immerhin seien die Zeugnisse, schreibt Sternburg, ein wichtiger Mosaikstein zur Biografie des Schriftstellers, der weit weniger Lebemann war, als ihm Literaturkritiker und -wissenschaftler nachsagen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2001
Stephan Maus' Urteil über diesen Band mit der Korrespondenz zwischen Remarque und Dietrich ist zwiespältig. Solange Remarque noch in seinen Liebesgefühlen schwelgt, sind ihm die Briefe viel zu kitschig und irgendwie auch "banal". Außerdem machen ihm die "blumigen Wortkränzchen" Remarques die Lektüre schwer. Zudem, so der Rezensent, ist glückliche Liebe einfach langweilig für Nichtbeteiligte. Doch wenn es um "unglückliche Liebe" geht, werden die Briefe für Maus wieder spannend. Er findet es "eindrucksvoll", wie sich der Schriftsteller um Dietrich mit allen rhetorischen Mitteln bemüht und wie sich die beiden nun als "tapferes, stolzes Paar" zeigen. Besonders der einzige erhaltene längere Brief von Marlene Dietrich sei sehr beeindruckend und entschädige für so manches "schmerzhafte Metapherngerinnsel", so der Rezensent fasziniert. Über die Herausgeber hat er allerdings nur Gutes zu sagen und lobt sie für ihre "Sorgfalt" und die "gut recherchierte Chronologie" der Briefe.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2001
Eine merkwürdige Beziehung war das, zwischen dem Autor-Weltstar Remarque und dem Film-Weltstar Dietrich. Viel gesehen nämlich haben sie sich nicht, aber viel geschrieben. Etwa, bedauernd, "dass man leider nicht durch das Telefon miteinander 'vögeln' könne". Vorhanden sind nur noch Remarques Briefe, die von Marlene Dietrich hat Remarques spätere Frau Paulette Goddard "restlos vernichtet". Eberhard Rathgeb, als Rezensent, ist von der nun veröffentlichten Remarqueschen Wortflut nach der Lektüre einigermaßen "erschöpft" und stellt fest, dass Remarque ganz offenkundig "von den eigenen Worten völlig besoffen werden konnte" und, so Rathgebs Wortschöpfung, ein rechter "Liebeswörterflammenwerfer" war. Dass daraus aber, wie die Herausgeber behaupten, "ein großer Liebesroman" geworden ist, das findet der Rezensent nun nicht. Eher amüsiert zerpflückt er Remarques, soll man sagen: Kosenamen für die Dietrich, wie etwa "Affenkopp" oder "Madonna meines Blutes" oder "süßer Morgenstern über zerschossenen Wäldern". Man versteht, was Rathgeb meint, wenn er von einem "ganz privaten Delirium" redet, in das sich Remarque da hineingesteigert hat. Ein Roman also ist das ganze nicht, jedoch, man geht nicht mit leeren Händen nach Hause: immerhin hat man an den Briefen doch, so Rathgeb, ein Konvolut von "einsamen schönen Worten für eine lebensferne Liebe".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Joachim Seng: Goethe-Enthusiasmus
Das Freie Deutsche Hochstift, 1859 als ein "Bundestag des Deutschen Geistes" gegründet und 1863 ...
Ernst Kaiser: Die Geschichte eines Mordes
In einer Nacht inmitten des Weltkrieges wacht der reiche Industrielle Kalm auf und glaubt, einen brutalen Raubmord ...
Archiv: Bücherschauen
So viel Beinstumpf und Prothese war nie
13.03.2010: Die taz feiert Georg Kleins farbstrotzende Horrorgeschichte "Roman unserer Kindheit" (Leseprobe). Die FAZ hört fasziniert zu, wie Joseph Roths Franz Tunda sich auf seiner "Flucht ohne Ende" von Busen zu Busen hangelt. Die FR blättert liest und betrachtet schaudernd einen Comic über die Giftmörderin Gesche Gottfried, "Gift" von Barbara Yelin und Peer Meter. Die NZZ lässt sich mit Vergnügen von Kurt Flasch in Meister Eckharts Philosophie des Christentums einführen. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen
Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht
04.03.2010: Younes wird zu Jonas, als er als Kind von seinem arabischen Onkel und dessen französischer Frau in Oran angenommen wird. In seinem Leben und einer unmöglichen Liebe spiegelt sich die Spannung zwischen Orient und Okzident. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman des algerischen Autors Yasmina Khadra "Die Schuld des Tages an die Nacht". Mehr lesen

Folgen Sie uns auf Twitter


