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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Franz-Maria Sonner

Die Bibliothek des Attentäters

Roman

Cover: Die Bibliothek des Attentäters

Antje Kunstmann Verlag, München 2001
ISBN-10 3888972787
ISBN-13 9783888972782
Gebunden, 220 Seiten, 18,92 EUR

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Klappentext

Warum Jakob Amon so zurückgezogen lebt, wissen auch die Menschen nicht, die mit ihm zu tun haben. Bei Konrad Bärloch, dem ehemaligen Leiter einer Antiterrorismuskommission hat die Isolation einen Grund. Er lebt nach seiner Entlassung aus Sicherheitsgründen in einer Bundeswehrkaserne. Doch immer noch sammelt er manisch weiter alle Informationen über die RAF. Wie Amon auch. Als 1998 die RAF ihre Auflösung erklärt, haben Amon und Bärloch ähnliche Gefühle. Eine Epoche ist zu Ende, und für beide ist das vielleicht die Möglichkeit, ihrem Leben noch einmal eine andere Wendung zu geben. Gäbe es nicht einen ungeklärten Fall, der inzwischen über 20 Jahre zurückliegt...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2002

Voller Lob ist Sacha Verna für diesen neuen Roman und das ganz besonders, weil der Autor Franz Maria Sonner bei dem Thema - es geht um einen politisch motivierten Attentäter und dessen Verfolger - ohne die "genreüblichen Terrorplattitüden und unnötige Psychologismen" auskomme. Der Roman ist nach Verna angelegt wie ein Puzzle. Sonner konzentriere sich auf das Verhältnis der beiden Hauptfiguren, "anstatt zur groß angelegten RAF-Vergangenheitsbewältigung auszuholen". Dabei ist ihm, lobt Verna, sowohl "ein spannender Thriller" gelungen als auch "ein präzises Porträt zweier Außenseiter", die nur auf der Oberfläche eine Auseinandersetzung miteinander führen, "in Wirklichkeit aber gegen sich selbst kämpfen".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.01.2002

Die reine Fiktion nimmt Rezensent Jens Hohensee dem Autor und seinem Buch nicht ab. Stattdessen blühen bei ihm gleich die Assoziationen: ein Attentat in Bad Homburg, ein Sonderermittler, der abgeschottet in einer Kaserne leben muss, ein Opfer mit NS-Vergangenheit? Herrhausen, Herold, Schleyer, die RAF, klar. Ein RAF-Roman also. Bisschen plakativ, könnte man denken, aber Hohensee faszinieren das Tempo, die wechselnden Perspektiven, die Exaktheit der Beschreibungen so sehr, dass er sich immer wieder auch in einem Kriminalroman glaubt. In einem freilich, der "auf subtile Weise" vermittelt, "was der RAF-Terrorismus der 70er und 80er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland angerichtet hat".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001

Das Buch, das am 1. September, also vor den Terrorakten in New York und Washington, erschienen ist, wird wohl unfreiwillig zum Roman der Saison werden, vermutet Volker Breidecker. Auch nimmt er an, dass es seit dem 11. September anders gelesen werde, was, wie er betont, weder mit seinen Vorzügen noch mit seinen Mängeln zu verrechnen sei. Diese halten sich seiner Meinung nach in etwa die Waage. Außer mit der Dramaturgie des Kriminalromans arbeite Sonner mit den Mitteln und Stoffen des Tages-, Feuilleton- und Reportagenjournalismus, aber das Resultat ist nach Breideckers Empfinden weniger ein Terroristen- als ein normaler Kriminalroman. Der Erzählfluss wird häufig unterbrochen, hin und wieder ist ein kluger Essay eingestreut, führt er aus. Die eigentliche Story dreht sich um zwei Hauptfiguren, verrät Breidecker, und die Parallellhandlungen um den Täter und den Verfolger findet er "raffiniert aufgebaut". Sonners eigentliche Stärke liege "in der Figurenschilderung und der Art und Weise, wie er beim Blättern im bundesdeutschen Familienalbum den seltsamen Jargon und die merkwürdigen Rituale der achtziger und neunziger Jahre wiederaufleben lässt", bemerkt er abschließend.

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