Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lars-Olav Beier, Georg Seeßlen (Hrsg.)

Alfred Hitchcock

Bertz und Fischer Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 3929470764
ISBN-13 9783929470765
Broschiert, 480 Seiten, 20,35 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Alfred Hitchcock wäre am 13. August 1999 hundert Jahre alt geworden. Fast 50 Filmkritiker und -publizisten würdigen aus diesem Anlaß das Werk des unerreichten Meisters des Spannungskinos. Zehn Essays führen uns Mr. Hitchcocks Spezialitäten vor Augen und beleuchten die anhaltende Faszination seines Werkes. Hinzu kommen ausführliche Texte zu all seinen 55 Filmen sowie ein Interview mit Hitchcocks langjähriger Mitarbeiterin Joan Harrison. Insgesamt enthält das Buch 1678 Abbildungen: Werk- und Standfotos, Storyboards, Produktionsskizzen und Bildsequenzen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

In einer Sammelrezension hat sich Norbert Grob mit den folgenden zehn Büchern über das Metier des Films, seinen Mythen, Machern und Mitspielern beschäftigt:
1) Robert Fischer (Hrsg.): "Truffaut/Hitchcock"
Wie die Videokopie zur Breitwand verhält sich das bisher greifbare Taschenbuch der Truffautschen Interviews mit Alfred Hitchcock ("Mr.Hitchcock, wie haben Sie das gemacht") zu dieser Ausgabe: die Fotos aus den entsprechenden Filmen sind neu beigefügt. Ob dieser Band allein dadurch schon zur "vollständigen" Ausgabe wird (so vollständig wie das frz. Original?), darüber klärt der Rezensent nicht weiter auf, begeistert sich dafür aber noch einmal für den "abenteuerlichen Dialog" der beiden so wichtigen Regisseure.
2) Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen: "Alfred Hitchcock"
49 Autoren, und zwar die "wichtigsten deutschsprachigen Filmkritiker und -essayisten" sind von den Herausgebern zu teils freundlichen teils "respektlosen" und gar "zornigen" Aufsätzen über den Meister animiert worden.
3) Enno Patalas: "Alfred Hitchcock"
Ein "entspanntes" und "reflektiertes" Portrait zu Karriere und Werk Hitchcocks ist Patalas gelungen, meint Grob und hebt besonders die Einsichten des Autors in die "seltsame Fantasie" Hitchcocks hervor, die in H.s früher Entdeckung Edgar Allan Poes ihren Ursprung habe; dessen "Lust an der Furcht" habe Hitchcock früh als seine eigene entdeckt.
4) Donald Spoto: "Alfred Hitchcock und seine Filme"
Sehr breit angelegt und manchmal "umständlich" hat dieser Autor seine Hitchcock-Würdigung angelegt, - allein die Analyse des Films "Vertigo" nimmt schon 42 Seiten in Anspruch, moniert der nicht allzu enthusiastische Rezensent.
5) Antoine de Baecque/Serge Toubiana: "Francois Truffaut"
Als sehr detaillierte Biografie des wichtigsten Vertreters der französischen Nouvelle Vague, würdigt Grob dieses Buch. Kindheit bei den Großeltern, Erziehungsheim und Rowdyjahre, Soldatenzeit und Truffauts erste Tuchfühlung mit dem Medium des Films als Kritiker sind nachgezeichnet. Die Kinoleinwand wird von den Autoren als "Fluchtpunkt" herausgearbeitet für einen, der sich an der "Wirklichkeit rächen" wollte, bemerkt Grob.
6) Barbara Leaming: "Marilyn Monroe"
Obwohl die Autorin sich für ihre Biografie etwas anderes vorgenommen hatte, nämlich die Suche nach den psychischen Wunden, die der Monroe durch die mangelnde Achtung ihrer Arbeit geschlagen wurden, hat sie doch wieder nur den bekannten Durchmarsch durch die bekannten Affären, Zusammenbrüche und Skandale geliefert, urteilt der enttäuschte Rezensent.
7) Richard Blank: "Jenseits der Brücke. Bernhard Wicki"
Eine "anschauliche" Schilderung Wickis als "authentischer" Schauspieler, den auch Grob seinerzeit, wie er bekennt, als "Idealbild des Neuen Mannes" bewundert hat; dabei hat der spätere Regisseur selbst seine Zeit vor der Kamera eher als vergeudete angesehen.
8) Elisabeth Bronfen: "Heimweh"
Die Autorin entdeckt in diesem Essay als unterschwelliges Thema Hollywoods die amerikanische Erzählung von der Fremde, von Heimatlosigkeit, Weggang und Rückkehr, die sie beispielhaft für mehrere Regisseure - darunter Pabst, Sternheim und auch Hitchcock - analysiert; Grob meint: ein "interessanter Entwurf".
9) Geoff Andrew: "Stranger than paradise"
Mit Filmemachern außerhalb des Mainstream - wie Hartley, Haynes, Jarmusch und Sayles - beschäftigt sich dieses Buch, dessen Autor die "Lust des Filmesehens" anzumerken ist, schreibt Grob.
10) Georg Seeßlen: "Copland"
Der Autor beschäftigt sich mit der Mythologie des Polizisten im Film (besonders den USA), der am Ende als kaputter Typ zur Doppelfigur von "Erlöser und Dämon" geworden ist. Seesslen ist hier eine "detailkundige Genre-Exegese" gelungen, urteilt Grob.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren