Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Orhan Pamuk

Rot ist mein Name

Roman

Cover: Rot ist mein Name

Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN-10 3446200576
ISBN-13 9783446200579
Gebunden, 536 Seiten, 27,61 EUR

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Klappentext

Aus dem Türkischen von Ingrid Iren. Man schreibt das Jahr 1591, Istanbul ist vom Schnee bedeckt. Ein Toter spricht zu uns aus der Tiefe eines Brunnens. Er kennt seinen Mörder, und er kennt auch die Ursache für den Mord: ein Komplott gegen das gesamte Osmanische Reich, seine Religion, seine Kultur, seine Tradition. Darin verwickelt sind die Miniaturenmaler, die beauftragt sind, für den Sultan zehn Buchblätter zu malen, ein Liebender und der Mörder, der den Leser bis zum Schluss zum Narren hält.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2001

Der Schriftsteller Orhan Pamuk vereint für Hans Peter-Kunisch Islam und westliche Bildung sowohl in seiner Person als auch in seinen Werken. Die Malstile in diesem Roman, der in der Buchmalerstadt Herat spielt, stehen laut Kunisch stellvertretend für verschiedene Lebensstile, für westliche Individualität und konservativen Islam. Obwohl Pamuk den Roman nicht als der Tagespolitik verpflichteten Roman angelegt habe, lasse er sich wie eine "Parabel auf die aktuellen Geschehnisse" lesen, schreibt Kunisch und verweist dabei auf Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Werken des türkischen Schriftstellers Yasar Kemal. Den Stil Pamuks lobt der Kritiker für seinen häufigen Perspektivwechsel und seine "elegante", "pirouettenreiche" Verspieltheit. Begeistert ist Kunisch nicht nur von Pamuks postmoderner Erzählhaltung, sondern auch von seiner Offenheit für Politik: Pamuk setze sich auf differenzierte Art und Weise mit dem Verhältnis von Tradition und Moderne auseinander.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

Hingerissen ist Monika Carbe von Orhan Pamuks bereits 1998 in Istanbul erstmals publizierten Roman, der zudem von Ingrid Iren "kongenial übersetzt " zu sein scheint und eine überaus spannende, kriminalistisch angehauchte Lektüre verspricht, obwohl sie in die strenge Welt eines Sultanspalastes und die bunte Welt der Buchillustratoren führt. Unschwer sei neben dem mörderischen Intrigenspiel im höfischen Buchmalermilieu die Doppelbödigkeit der Fabel zu erkennen, schreibt Carbe, die Parallelen zur Situation heute in der Türkei zulasse: es geht um den Streit zwischen Traditionalisten, die sich an der islamischen Kultur, und Neuerern, die sich an westlichen Werten orientieren, es geht, so Carbe, um das Verständnis von Individualität, das hier sehr komplex, historisch verkleidet und stark ironisiert als Kriminalgeschichte erzählt wird, die zugleich auch eine Liebes- und Kulturgeschichte ist.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.09.2001

Bleibt die Tür zur EU für die Türkei auch vorerst noch verschlossen, schreibt der Rezensent, so ist mit diesem Roman immerhin "ihre Aufnahme in den Kosmos des europäischen Romans" vollzogen. Und das muss was heißen, hat Christoph Bartmann sich doch tüchtig fesseln lassen von diesem "verwickelten, opulenten und unheimlichen" Roman des "Wortmalers Orhan Pamuk." Es klingt schon recht nach Tausendundeiner Nacht, wenn Bartmann vom Zierrat spricht, von der Verschwendung, mit der hier Gleichnisse und Anekdoten zu einem "west-östlichen" Bilder-Traktat und Detektivroman verbandelt werden. Allerdings ist unserem Rezensenten auch die politische Aktualität des Ganzen nicht entgangen: Zugrunde liegt dem geschilderten "Krieg der Malerschulen" aus dem 16. Jahrhundert nämlich die doppelte Perspektive seines türkischen Autors: "mit einem Bein im Okzident und mit dem anderen im Orient."

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Archiv: Bücherschauen

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09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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