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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Connie Palmen

I. M. Ischa Meijer

In Margine. In Memoriam

Cover: I. M. Ischa Meijer

Diogenes Verlag, Zürich 1999
ISBN-10 3257062249
ISBN-13 9783257062243
Gebunden, 399 Seiten, 20,40 EUR

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Klappentext

Im Februar 1991 lernen sie sich kennen: Ischa Meijer, in den Niederlanden als Talkmaster, Entertainer und Journalist berühmt-berüchtigt, macht mit dem neuen Shooting-Star der Literaturszene, Connie Palmen, anläßlich ihres Debütromans "Die Gesetze" ein Interview. Es ist zugleich der Beginn einer amour fou, die ein Leben lang andauern würde, wenn sie die Zeit dafür bekäme: Im Februar 1995 stirbt Meijer an einem Herzinfarkt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Wenn Frauen für Frauen schreiben, und zwar bevorzugt Liebesgeschichten, dann ist das Verlagskalkül, meint Barbara Sichtermann in einer Sammelbesprechung von gleich fünf Liebesgeschichten, diese zumindest alle von Frauen verfaßt. Und das kühle Kalkül der Lektoren, die auf einen überwiegend von Leserinnen in Gang gehaltenen Markt schielen, merkt man zumindest drei der besprochenen Bücher auch an, konstatiert Sichtermann abgekühlt. 1) Connie Palmen: "I.M. Ischa Meijer"
Die Holländerin Connie Palmen berichtet von einer amour fou, der Begegnung zwischen ihr, der Schriftstellerin, und dem Journalisten Ischa Meijer. Vielleicht weil es ihre eigene Geschichte ist, beschreibe Connie Palmen die Beziehung, die ebenso blitzartig begann wie sie nach vier Jahren durch Meijers plötzlichen Tod endete, intelligent und humorvoll: eine allzu seltene Mischung, meint die Rezensentin.
2) Suzanne Latour: "Eines Sommers im August"
Ein hoffnungsvolles Talent entdeckt Barbara Sichtermann bei der jungen Hamburger Autorin Suzanne Latour mit ihrer "hemmungslosen Fabulierlust", die ungekünstelt und bodenständig zugleich drauf los erzähle. Berichtet wird die Geschichte dreier Schwestern, von denen eine zu Tode kommt, und wie die jüngste von ihnen durch eine langsam heranreifende Liebesbeziehung damit fertig wird. Noch etwas mehr literarische Bodenhaftung erhofft - und verspricht - sich Sichtermann von Latour für die Zukunft.
3) Judith Lennox: "Tildas Geheimnis"
Judith Lennox, die schon mehrere Romane veröffentlicht hat (auf deutsch ist "Das Winterhaus" erschienen), bringe in "Tildas Geheimnis" eine gewisse romantische Anlage (spielt auf dem Land) und epische Breite (umfaßt ein Jahrhundert) ein. Zugleich sei sie mit der vielschichtigen Rahmenhandlung bereits überfordert. Ihr Erzählstil ist "schmucklos", meint Barbara Sichtermann, und erzeuge keinerlei Atmosphäre oder Spannung, da sie ihren Gegenstand, die große Liebe und alle anderen damit einhergehenden großen Gefühle wie Verrat oder Hass, pausenlos banalisiere. Am Ende bewährt sich die Vernunftsliebe. Das Urteil: langweilig!
4) Nicci French: "Höhenangst"
Eine Liebesgeschichte mit Krimihintergrund - wohl kein Zufall, schreibt Frau Sichtermann, daß die schlechteren Romane etwas kriminelle Aufforstung nötig hätten. Auch in dem Buch der Engländerin Nicci French, die angeblich bereits bei den "Ladies of crime" mitmischt, tropft die Moral, rächt sich ein coup de foudre, werden die Leserinnen gefoppt von einer Geschichte, die vom vermeintlichen Blitzschlag der Liebe handelt, aber nur Strohfeuer entzündet.
5) Delia Falconer: "Die Liebe zu den Wolken"
Die unerwiderte Liebe einer Frau zu einem Fotografen ist Thema des Romans "Die Liebe zu den Wolken" der Australierin Delia Falconer. Nicht ein Satz verginge, beklagt sich Barabara Sichtermann, in dem nicht ein Wind- und Wettermotiv die Titelmetapher in Erinnerung bringe. Gerade dieses Metapherngeklingel beweise, daß ein gutes Buch nicht nur schöne Formulierungen, sondern auch erzählerisches Temperament braucht.

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