Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Im Februar 1991 lernen sie sich kennen: Ischa Meijer, in den Niederlanden als Talkmaster, Entertainer und Journalist berühmt-berüchtigt, macht mit dem neuen Shooting-Star der Literaturszene, Connie Palmen, anläßlich ihres Debütromans "Die Gesetze" ein Interview. Es ist zugleich der Beginn einer amour fou, die ein Leben lang andauern würde, wenn sie die Zeit dafür bekäme: Im Februar 1995 stirbt Meijer an einem Herzinfarkt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999
Wenn Frauen für Frauen schreiben, und zwar bevorzugt Liebesgeschichten, dann ist das Verlagskalkül, meint Barbara Sichtermann in einer Sammelbesprechung von gleich fünf Liebesgeschichten, diese zumindest alle von Frauen verfaßt. Und das kühle Kalkül der Lektoren, die auf einen überwiegend von Leserinnen in Gang gehaltenen Markt schielen, merkt man zumindest drei der besprochenen Bücher auch an, konstatiert Sichtermann abgekühlt.
1) Connie Palmen: "I.M. Ischa Meijer"
Die Holländerin Connie Palmen berichtet von einer amour fou, der Begegnung zwischen ihr, der Schriftstellerin, und dem Journalisten Ischa Meijer. Vielleicht weil es ihre eigene Geschichte ist, beschreibe Connie Palmen die Beziehung, die ebenso blitzartig begann wie sie nach vier Jahren durch Meijers plötzlichen Tod endete, intelligent und humorvoll: eine allzu seltene Mischung, meint die Rezensentin.
2) Suzanne Latour: "Eines Sommers im August"
Ein hoffnungsvolles Talent entdeckt Barbara Sichtermann bei der jungen Hamburger Autorin Suzanne Latour mit ihrer "hemmungslosen Fabulierlust", die ungekünstelt und bodenständig zugleich drauf los erzähle. Berichtet wird die Geschichte dreier Schwestern, von denen eine zu Tode kommt, und wie die jüngste von ihnen durch eine langsam heranreifende Liebesbeziehung damit fertig wird. Noch etwas mehr literarische Bodenhaftung erhofft - und verspricht - sich Sichtermann von Latour für die Zukunft.
3) Judith Lennox: "Tildas Geheimnis"
Judith Lennox, die schon mehrere Romane veröffentlicht hat (auf deutsch ist "Das Winterhaus" erschienen), bringe in "Tildas Geheimnis" eine gewisse romantische Anlage (spielt auf dem Land) und epische Breite (umfaßt ein Jahrhundert) ein. Zugleich sei sie mit der vielschichtigen Rahmenhandlung bereits überfordert. Ihr Erzählstil ist "schmucklos", meint Barbara Sichtermann, und erzeuge keinerlei Atmosphäre oder Spannung, da sie ihren Gegenstand, die große Liebe und alle anderen damit einhergehenden großen Gefühle wie Verrat oder Hass, pausenlos banalisiere. Am Ende bewährt sich die Vernunftsliebe. Das Urteil: langweilig!
4) Nicci French: "Höhenangst"
Eine Liebesgeschichte mit Krimihintergrund - wohl kein Zufall, schreibt Frau Sichtermann, daß die schlechteren Romane etwas kriminelle Aufforstung nötig hätten. Auch in dem Buch der Engländerin Nicci French, die angeblich bereits bei den "Ladies of crime" mitmischt, tropft die Moral, rächt sich ein coup de foudre, werden die Leserinnen gefoppt von einer Geschichte, die vom vermeintlichen Blitzschlag der Liebe handelt, aber nur Strohfeuer entzündet.
5) Delia Falconer: "Die Liebe zu den Wolken"
Die unerwiderte Liebe einer Frau zu einem Fotografen ist Thema des Romans "Die Liebe zu den Wolken" der Australierin Delia Falconer. Nicht ein Satz verginge, beklagt sich Barabara Sichtermann, in dem nicht ein Wind- und Wettermotiv die Titelmetapher in Erinnerung bringe. Gerade dieses Metapherngeklingel beweise, daß ein gutes Buch nicht nur schöne Formulierungen, sondern auch erzählerisches Temperament braucht.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








