Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Als Ophelia nach 30 Ehejahren die Scheidung einreicht, beschließt Archibald Jones zu sterben. Doch er hat die Rechnung ohne Mo-Hussein Ishmael gemacht, den koscheren Metzger, der mit einem Selbstmord vor seiner Ladentür absolut nicht einverstanden ist. Archie kommt mit einem blauen Auge davon, stolpert in eine "Willkommen-zum-Ende-der-Welt-Party", begegnet der zahnlosen, aber bildschönen Jamaikanerin Clara, heiratet und schwängert sie und schlägt sich bald mit allen Problemen herum, die das multikulturelle London zu bieten hat. Trost spendet ihm sein bester Freund aus Kriegstagen, der bengalische Moslem Samad Iqbad, ebenfalls mit einer sehr viel jüngeren Frau verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Als ihre Kinder beim Marihuanarauchen erwischt werden, bekommen sie "als sozial Benachteiligte" ein Förderprogramm verpasst - ausgerechnet bei einer scheinbar Gebildeten weißen Mittelschichtsfamilie, durch die sich die Probleme zwischen Archie, Samad und ihren Kindern noch verschärfen ...
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2001
Ganz geheuer ist dem Rezensenten der preisgekrönte und teuer bezahlte Roman der jungen englischen Autorin nicht. Ja, doch, er findet ihn toll, behauptet Thomas David und verweist dann hinterhältig auf die "geglättete Widerspenstigkeit" des Romans. Zu gefällig, das sage selbst die Autorin - aber gefallen tut er doch. An Salman Rushdie reicht die Geschichte trotz einer thematischen Verwandtschaft - das mulitkulturelle London, magische Zufälle - für David nicht heran. Die Figuren sind ihm zu beladen: "krumm vor lauter Witz", aber scheinbar von einem Mutterwitz, dessen Humor auch er sich nicht entziehen kann. Ist der erzählerische Ballast der vielen Nebenfiguren erst abgeworfen, schälen sich mit den Zwillingssöhnen Magid und Millat zwei Protagonisten heraus, erzählt David, die das Thema des islamischen Fundamentalismus konträr abhandeln. Diesem so wichtigen Thema, seiner komischen Umsetzung und seiner Leselust kann sich David auf Dauer doch nicht verschließen. Das Buch hat ihm gefallen. Doch.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2001
Das Lob von Georg Diez für Zadie Smith` Romandebüt kennt keine Grenzen. In England steht "Zähne zeigen" seit einem Jahr in den Verkaufslisten ganz oben, informiert der Rezensent. Warum? Weil Smith zeigt, wie einfach und wie schwierig das Erzählen ist. Weil sie von großen Themen schreibt, die sie mit kleinen Menschen meisterhaft zusammenbringt. Weil sie die Balance hält zwischen Tragik, Komik und Weisheit. Und weil man über die bösen Witze der jungen Autorin herzlich lachen kann, lautet die Antwort des Rezensenten. Nur die Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann schmälert Georg Diez` Begeisterung. Die findet der Autor recht ungelenk.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.02.2001
Einfach sensationell ist dieser Roman von Zadie Smith, findet die Rezensentin Cristina Nord. Überbordend, geradezu verschwenderisch im Gebrauch von "Vergleichen, Alliterationen und Anekdoten", zudem humorvoll werden hier die "Folgen von Kolonialgeschichte" und "von Aus- und Einwanderung" für Großbritannien behandelt. Somit nach Meinung der Rezensentin nicht nur ein inhaltlicher Genuss, sondern auch ein stilistisch Literaturereignis allererster Güte. Einzig die ungeheure Anzahl an Nebenfigur trübt ganz leicht ihren Lobgesang. Bei solchem Enthusiasmus muss man wohl auch davon ausgehen, dass dieses mutmaßliche Meisterwerk der "gerade 25 Jahre" alten britischen Autorin mit jamaikanischen Vorfahren ebenso gut übersetzt wurde. Denn darüber verliert die Rezensentin bei all ihrer Begeisterung leider kein Wort. Aber, wer will ihr das bei einem solch offensichtlichen Lesevergnügen auch verdenken.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







