Arnold Stadler (Hg.)

Die Menschen lügen. Alle

und andere Psalmen
Cover: Die Menschen lügen. Alle
Insel Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783458169642
Taschenbuch, 116 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Die Psalmen sind "moderne" Gedichte, ihre Poetik ist der Dynamik des Lebens abgelauscht. Die bekannteste deutsche Übersetzung, die Luthers, ist wegen ihrer sprachlichen Schönheit normativ geworden; sämtliche Verbesserungen, die sich aus der Textkritik ergaben, sind in die "Einheitsübersetzung" von 1980 eingeflossen. Arnold Stadler hat nun die Hymnen und Lieder des "Psalters" in die Sprache der Gegenwart gebracht und sie als Gedichte wiedergegeben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2005

Stefana Sabin freut sich, dass die Neuübersetzung einer Auswahl von Psalmen von Arnold Stadler nun auch in der Taschenbuchausgabe zu haben ist. Stadler, Schriftsteller und promovierter katholischer Theologe, geht es in seiner Übertragung aus dem Hebräischen weniger um die "theologischen Implikationen" als um die Sinnlichkeit und Poesie der Verse, betont die Rezensentin zustimmend. Er bemüht sich neben Genauigkeit deshalb vor allem um die "suggestive" Wirkung der Psalmen und hat ihnen "neue Frische eingehaucht", lobt Sabin. Damit, so die begeisterte Rezensentin, habe Stadler die Psalmen in ihrer ganzen "Lebhaftigkeit" und mit ihren "Stimmungsumschwüngen" in "moderne Lyrik" überführt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Arnold Stadler, Büchner-Preisträger des Jahres 99, hat vor seinem Leben als Schriftsteller katholische Theologie und Germanistik studiert. Jakob Hesse verzeichnet ihn in seiner Rezension als einen jener deutschen Autoren, die Bibeltexte - hier die Psalmen - nicht einfach nur ins Deutsche bringen wollen, sondern dabei "dem Volk aufs Maul schauen", also versuchen, die religiöse Botschaft in ein Umgangsdeutsch zu übertragen. Stadler, so der Rezensent, verkürzt dabei, bringt nur eine Auswahl. Im Psalm 137 ("An den Wassern zu Babel") fehlt etwa der Vers, der den Kindern Babels den Tod wünscht. Eine Übertragung im Sinne christlicher Barmherzigkeit, und nicht althebräischer Rachetheologe sei das also, meint Hesse. Stadler harmonisiere nicht, sondern humanisiere.

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