Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Der fünfzehnjährige Gymnasiast Gábor, der aus einer jüdischen Familie stammt, gerät ins Fadenkreuz entgegengesetzter Weltanschauungen. Der Schuldirektor ist überzeugter Kommunist und bemüht sich, aus dem Schüler einen aufrechten Anhänger des Kommunismus zu schmieden. Gegenspieler ist Dr. Paulik, bekennender Christ und als Teilnehmer des Volksaufstandes von 1956 aktenkundiger Konterrevolutionär. Er will Gábor den Weg zu Gott weisen.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999
Dorothea Dieckmann äußert sich in ihrer Doppelbesprechung von Györy Dalos` beiden neuen Roman sehr verhalten. Das Thema Thema des "Gottsucher", die Tristesse Ungarns nach der Niederschlagung des 56er-Aufstands, wird nach Dieckmann in dem Buch ziemlich deutlich. Was sie damit meint, bleibt unklar. Dieckmann lässt einen etwas im Umklaren darüber, was sie von der Geschichte hält. "Abgeklärte Sympathie", macht sie in ihr aus, eine "einfühlsame Reportage". Ist das nun gut oder schlecht? "Olga, Pasternaks letzte Liebe" wird von Dieckmann eigentlich nur erwähnt. Eine wahre Geschichte über die Verschleppung einer literarischen Figur. Hhm.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Hans-Jürgen Schmitt weist darauf hin, dass sich hinter dieser - auf den ersten Blick recht einfach erscheinenden - Geschichte, eine "komplexere Lektüre" verbirgt, als man zunächst vermuten würde. Dabei zeigt sich der Rezensent sehr angetan davon, wie - durch den Streit um den Schüler Gábor - sowohl der kommunistische Schuldirektor wie auch der religiöse Lehrer ihre Argumente ins Feld führen. Dalos habe dies subtil und mit "feiner Ironie" beschrieben. Auch in diesem Roman habe der Autor in der für ihn typischen "unaufdringlich gewinnenden Art" Atmosphären hergestellt und gleichzeitig einen Beitrag dazu geleistet, dass die Geschichte Ungarns nicht in Vergessenheit gerät.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Thomas Medicus bespricht György Dalos` neuen Roman mit nüchternem Wohlwollen. Medicus sieht in der Geschichte des Jungen Gabor, der "ein bisschen gläubiger Kommunist und ein bisschen ungläubiger Jude sein möchte``, eine Geschichte voll "hintersinnig-verschmitzter Ironie``. Auf den Jungen erheben die Weltverbesserer aus dem Ungarn der 50er Jahre ihren Anspruch, doch er will nichts von ihnen wissen und begibt sich auf die Suche nach Gott. Ihren Höhepunkt erreicht die Erzählung, als sich dem Jungen Gott in Gestalt der "Erbarmungswürdigkeit des Einzelnen`` offenbart. So liest Medicus das Buch nicht nur als Dalos` Versuch, sich der eigenen an die Staatsideologie verlorene Jugend zu vergewissern, sondern auch als endgültigen "Abschied vom Kollektiv als Heimstätte des Neuen Menschen``.
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