Aus dem Italienischen von Olaf Matthias Roth. Das Leben funktioniert nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Auf nichts kann man sich verlassen, nichts ist vorhersehbar. Darin liegt der Jammer und die Chance von Learco Ferrari, dem 35-jährigen Ich-Erzähler, Musiker in einer Band, Übersetzer von Gebrauchstexten aus dem Russischen, Autor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2001
Von wegen glückliche Jugend. Jedenfalls hat der Protagonist in Paoli Noris Roman keine, berichtet Lucia Mancioppi. Unermüdlich, aber doch reichlich frustriert wartet der 35-jährige Learco Ferrari auf seinen literarischen Durchbruch. Es will ihm nicht gelingen, aber er wartet, ausgestattet mit Humor und ironischer Distanz zur eigenen Geschichte, findet die Rezensentin. Sie hat über diese Figur reichlich gelacht und hält den von Olaf Matthias Roth "vorzüglich übersetzten Mini-Bildungsroman" des 38-jährigen Italieners Paolo Nori für durchaus lesenswert, auch wenn ihr Interesse am Protagonisten gegen Ende des Romans stark nachgelassen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2001
Wenig interessiert den Rezensenten Franz Haas, was der Autor auf der Toilette so treibt. Der ins Detail gehende "matte Realismus" Paolo Noris folge dem "Prinzip Big Brother für Fortgeschrittene" und langweilt den Rezensenten deshalb gewaltig. Der Autor gehöre zu der Kategorie junger Autoren, die "Minimalismus mit minimalem Anspruch verwechseln". Einzig den realistischen Momenten, die quasi dokumentarisch den täglichen Kampf des Autors ums Überleben schildern, kann Haas etwas abgewinnen. Allerdings stellt er fest, dass so etwas in "manchen Zeitungen ganz unverschlüsselt" steht und lässt damit keinen Zweifel, dass er die Zeitungslektüre diesem Buch vorzieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2000
Als moderne, "minimalistische" Variante des klassischen Bildungsroman sieht die Rezensentin Maike Albath diesen Roman. Sie stellt ihn in einen breiteren Kontext, indem sie auf das in Italien sehr populäre Genre von Romanen über das Erwachsenwerden, z.B. von Enrico Brizzi oder Guiseppe Culicchia verweist. Nori erzählt den etwas depressiven Alltag des 35-jährigen Learco Ferrari und beschreibt "lakonisch und detailgetreu" dessen tägliche Rituale, gespickt mit ein paar surrealen Elementen, etwa Learcos Gespräche mit Engeln. Im Unterschied zum traditionellen Bildungsroman geht es dem Autor hier jedoch nach Albaths Ansicht nicht darum, den Werdegang einer herausragenden Persönlichkeit zu dokumentieren, sondern den Unsicherheiten des Protagonisten nachzuspüren.
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