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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Francesco Piccolo

Vorbeigeliebt oder Wenn ich wirklich dabei war, hab ich geschlafen

Roman

Cover: Vorbeigeliebt oder Wenn ich wirklich dabei war, hab ich geschlafen

Alexander Fest Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3828600980
ISBN-13 9783828600980
Gebunden, 178 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Anja Dasch. Da ist das angehimmelte, jedem Eroberungsversuch widerstehende Mädchen, das Claudia heißt. Da ist Dario, der von allen bewunderte Anführer der Schüler- und Studentenbewegung, von dem gegrüßt zu werden selig macht. Und da ist der Basketball, diese verführerische, Ehrgeiz und Schweiß ausdünstende Welt der Wettkämpfe. Liebe, Politik und Sport - in jenem Sommer Anfang der achtziger Jahre, in einem Städtchen irgenwo in der italienischen Provinz, dreht sich alles nur darum, und glücklich ist, wer nicht im Abseits steht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.08.2000

Guido Graf zeigt sich spürbar angetan von diesem Buch - auch wenn der den deutschen Haupttitel "Vorbeigeliebt" für verfehlt hält. Denn dieser suggeriert seiner Ansicht nach die Sichtweise der Eltern, die einfach nicht verstehen, welche Erdbeben Jugendliche - nicht nur in Liebesdingen - zu überstehen haben. Von Piccolos Beschreibungen, bei denen die "ganz spezielle, aufreizende Schläfrigkeit" Jugendlicher im Mittelpunkt steht, weiß Graf ansonsten jedoch nur Gutes zu berichten. Immer muss der Ich-Erzähler in entscheidenden Augeblicken an etwas anderes denken, ständig läuft er Gefahr, durch seine Träume, Fantasien und Erinnerungen den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren. Gleichzeitig spielt, wie der Leser erfährt, die Zeit ein wichtige Rolle: Das Warten, verpasste Gelegenheiten, Aufschub: alles Dinge, die aber erst rückblickend als solche erkannt werden. All dies habe der Autor gleichermaßen "anrührend" wie unterhaltsam in Worte gefasst.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.06.2000

Lucia Mancioppis Rezension beginnt kritisch und begibt sich dann in die Ebene der Erzählung, die sie nicht mehr verlässt. Mancioppi lobt allgemein die Übersetzung von Anja Dasch, rügt aber den umständlichen deutschen Titel, der ihrer Meinung nach an der knappen und treffenden Formulierung des italienischen Originals völlig vorbeigeht. Ansonsten hat ihr die Erzählung des italienischen Autors, Jahrgang 1964, gefallen. Piccolo schildere darin eine italienische Kindheit und Jugend, in der sich alles "um Liebe, Sport und Politik" dreht - zunächst mehr um Fußball und später mehr um Politik, wenn der Protagonist am Gymnasium in die politischen Schaukämpfe der 70er Jahre verwickelt wird. Er war dabei, kann der Held später sagen, aber innerlich beteiligt war er nicht. Ein junger Mann in Liebesnöten, für den der Autor, wie Lucia Mancioppi findet, genau die richtige Mischung aus Distanz und Zuneigung aufbringt.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2000

Frauke Meyer-Gosau hat sich in den Charme dieser 68er-Geschichte verliebt. Der Autor sei zwar viel zu junge, um die Revolten der italienischen Schüler und Studenten in dieser Zeit bewusst miterlebt zu haben (er ist 1964 geboren), aber trotzdem hat er für die Rezensentin die Atmosphäre der Zeit sehr genau getroffen. Sie beschreibt das Buch als eine Art Schelmenroman, der mit allen Protagonisten - den Lehrern wie den Schülern - liebevoll umgehe. Piccolo erzähle "schnell, elegant, genau und mit Witz". Die Abwesenheit von Sentimentalität, aber auch von Zynismus findet Meyer-Gosau wohltuend.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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