Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Die dramatische Begegnung zwischen einem Ministerialbeamten und einer geheimnisvollen jungen Frau: Warum sucht sie ihn gerade jetzt auf, da er eine schicksalhafte Entscheidung für sein Land getroffen hat? Und weshalb kommt sie ihm so seltsam vertraut vor?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2010
Rezensent Franz Haas lässt keinen Zweifel daran, dass die Bücher, die Sandor Marai bis 1943 geschrieben hat, für ihn keine große Literatur sind: Zuviel gezierte Melancholie über das untergehende Bürgertum mit seinen Biedermeiersofas und alternden Erzherzoginnen schlägt ihm da entgegen. Das gilt laut Haas auch noch für den 1943 in Budapest erschienenen Roman "Die Möwe". Ein hoher Beamter, den eine Finnin auf den Ungarn erreichende Krieg aufmerksam macht, klagt im "Konversationston" über den drohenden Verlust seiner Welt, die er doch schon selbst nicht mehr ganz ernst nehmen kann. Der Krieg ist noch etwas ganz Fernes. Erst ab 1945, mit dem Roman "Befreiung" und den Tagebüchern wird Marai in den Augen des Rezensenten zu einem wirklich großen Schriftsteller.
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