Jean Pauls (1763-1825) Erfolgsroman "Hesperus" wird in dieser Edition erstmals in allen drei Druckfassungen (von 1795, 1798 und 1819) präsentiert. Das Editionsmodell macht es dem Leser leicht, den Schreibprozess nachzuvollziehen. Zur Geschichte des Werkes gehören auch die noch unbekannten handschriftlichen Vorarbeiten. Den Textbänden schließt sich daher die Erstveröffentlichung der Hesperus-Manuskripte an. Es folgt ein Stellenkommentar, der im Rückgriff auf bisher unzugängliche Nachlasstexte die Metaphernwelt des Autors aufzuschlüsseln hilft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2010
Thomas Meissner ist schon gespannt auf die Fortsetzung dieser neuen Werkausgabe zu Jean Paul. Den vorliegenden Band mit Jean Pauls "Hesperus" schätzt er aus vielen Gründen. Meissner freut sich darüber, den eher wenig bekannten Roman, der laut Meissner aber Pauls Berühmtheit begründete, in einer Edition zu lesen, die die erste und zweite Fassung im Paralleldruck vereint. Meissner vermag anhand des von der Herausgeberin Barbara Hunfeld zusammengestellten Variantenapparats mit sämtlichen Abweichungen aber auch die Änderungen der späteren dritten Fassung nachzuvollziehen und die sprachlichen Glättungen, Umarbeitungen und Ergänzungen zu erkennen. Durch die kolportagehafte Handlung des Romans mit seinen Verwechslungs- und Intrigenmotiven und Elementen des Entwicklungsromans zu navigieren, fällt Meissner allerdings weiterhin schwer. Dass eine Rezeption des Romans in seiner ursprünglichen Fassung durch diese "sorgfältig gearbeitete" Edition jetzt wieder möglich ist, bleibt für Meissner in jedem Fall ein großer Gewinn.
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