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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Türkischen von Ingrid Iren und Gerhard Meier. Orhan Pamuk ist ein Augenmensch. Die Bilder eines Bellini faszinieren den in der Türkei lebenden Autor ebenso wie persische Miniaturen. In dieser Sammlung von Essays staunt der Nobelpreisträger für Literatur über die alltäglichen Wunder in New York, huldigt seinen Vorbildern der Literaturgeschichte und gibt Betrachtungen zu Politik und Zeitgeschichte preis. Vielleicht am schönsten sind seine Schilderungen aus dem Alltagsleben - der Tod einer Möwe oder die kindliche Melancholie der kleinen Tochter.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Orhan Pamuk: Der Koffer meines Vaters - Leseprobe beim Hanser Verlag
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2010
Auch wenn Rezensent Christoph Bartmann sich dem Schriftsteller Orhan Pamuk zunächst mit einer kritischen Frage nähert - nämlich, ob der Autor auch an einem anderen Ort Literatur von Weltrang produzieren würde oder ob er von dem der geographischen Lage zwischen Asien und Europa geschuldeten "unvergleichlichen Nimbus von Istanbul" profitiert - spricht er ihm am Ende seiner Rezension ein doch sehr großes Kompliment aus: nämlich, dass Pamuk der gegenwärtig "seriöseste Sachwalter experimenteller Literatur" überhaupt ist und dass man sich eine "Literatur dieser Zeit" ohne ihn "lieber nicht vorstellen möchte". In "Der Koffer meines Vaters" lotet der Schriftsteller aus, was sein Schreiben ausmacht und dabei spielt seine Heimatstadt tatsächlich eine, wenn nicht sogar die tragende Rolle. Bartmann bezeichnet Pamuks Grundhaltung als "nostalgisch" und enthebt diese Zuschreibung aber auch gleich des "kritischen Verdachts", der sie umweht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2010
So manchen Schatz kann man in Orhan Pamuks Essayband "Der Koffer meines Vaters" heben, verspricht Angela Schader. Einmal mehr lässt sich darin der Literaturnobelpreisträger als kluger Beobachter der Türkei und des Verhältnisses von Wirklichkeit und Kunst entdecken, so die Rezensentin, die besonders von den "wunderbar leichthändigen" Istanbuler Alltagseindrücken bezaubert ist, die der türkische Autor darin präsentiert. Beeindruckend findet sie auch, wie unvoreingenommen und aufmerksam Pamuk sich darin der Stadt New York nähert, wobei ihm immer wieder Realität und Traumstadt miteinander verschwimmen, sodass man am Ende gar nicht mehr sicher ist, welches das "wirklichere" sei. Auch wer sich Aufschlussreiches über die Romane des Autors erhofft, wird in der Rubrik "Meine Bücher" fündig, verspricht Schader, die auch Pamuks Reflexionen zu Schriftstellern wie Bernhard, Camus oder Sterne mit Spannung gelesen hat. Wenn auch ebenfalls im Band enthaltene kürzere Gelegenheitsprosa nicht immer die mögliche "Dichte und Unmittelbarkeit" bietet, zeigt sich Schader doch insgesamt sehr angetan von dieser Essaysammlung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.03.2010
Keine Sorge: Trockenes Papierrascheln hat man laut Jörg Plath in Orhan Pamuks Essayband mit Reden, Aufsätzen über Lieblingsautoren, Dankesreden und Feuilletontexten und einem Interview nicht zu befürchten. Vielmehr erhalte man einen lebendigen Einblick in das Schriftstellerleben, wobei sich der Literaturnobelpreisträger von 2006 erstaunlich ungeschützt zeige, so der Rezensent eingenommen. Ihm fällt auf, dass Pamuk im Gegensatz zu seinem ersten 2006 auf Deutsch erschienenen Essayband hier souverän und entspannt mit seiner zwiegespaltenen Seele zwischen westlichen und orientalischen Traditionen umgeht. Ihm werde dieser Umstand zum "doppelten Glück", das sein Werk wesentlich bestimmt, so Plath. Mitunter sind ihm die Texte dieses Bandes allzu locker geknüpft, und er stellt fest, dass der türkische Autor sich nicht näher mit Begrifflichkeiten aufhält. So "trudelt mancher Aufsatz förmlich aus", kritisiert Plath, für den diese Essays dennoch wahre "Fundgruben" darstellen, insbesondere, was sich darin über Wurzeln und Hintergründe zu Pamuks Werk finden lässt.
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