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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans Pleschinski (Hrsg.), Jeanne Antoinette de Pompadour

Ich werde niemals vergessen, Sie zärtlich zu lieben.

Madame de Pompadour. Briefe

Cover: Ich werde niemals vergessen, Sie zärtlich zu lieben.

Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN-10 3446197532
ISBN-13 9783446197534
Gebunden, 446 Seiten, 25,46 EUR

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Klappentext

Die Karriere der Tochter eines Armeelieferanten, ihr Aufstieg aus dem Bürgertum zur Geliebten des Königs von Frankreich und zur Gesprächspartnerin von Fürsten und Philosophen ist beispiellos. Am Anfang war es Voltaire, der ihre Liebesbriefe korrigierte, später befand Madame de Pompadour (1721-1764) über Krieg und Frieden in Europa und pflegte Kontakte mit dem Papst. In ihren Briefen entfaltet sich nicht nur ein großer Charakter, sondern auch eine der glänzendsten Epochen Europas. Hans Pleschinski hat die lange auf deutsch nicht greifbaren Briefe neu übersetzt und durch Zwischentexte zu einem Lebens- und Epochenbild gestaltet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.05.2000

Geschichte basiert auf "zähen Legenden" , besonders wenn es um starke Frauengestalten geht. Das ist der Ton der TAZ-Rezension über die Briefe Madame Pompadours, die von Hans Pleschinski neu übersetzt, kommentiert und herausgegeben worden sind. Rezensentin Andrea Weisbrod verfolgt strikt ihre Argumentationslinie: Die Mätresse des französischen Ludwig XV verdient eine historische Wiedergutmachung, die bis heute noch ausgeblieben ist. Madame de Pompadour stellte sich am Hof im September 1745 vor. Seit diesem Zeitpunkt habe die "Gerüchteküche" nicht aufgehört kräftig zu "brodeln". Die Laster, die der Hofdame zugeschrieben worden seien, sind breit gefächert: Sie wäre von "Ehrgeiz zerfressen", würde das finanzielle und militärische Garaus des Landes herbeisehnen, und wäre obendrein "frigide" und "heuchlerisch". Weisbrod verfolgt überzeugend die historischen Stationen dieser Vorurteile, die 1772 ihre ersten starken Blüten trieben - mit der folgenschwersten Brief-Edition "Barbi-Marbois". Diese Sammlung gefälschter Briefe habe in in den folgenden Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten eine richtige Erfolgsgeschichte geschrieben. Kritische Stimmen, die diese Edition als "lächerliche Fälschung" entlarvten (z.B. im Jahr 1876), seien notorisch überhört worden. Und so hätten die pseudoauthentischen Briefdokumente ihre Früchte bis in die Gegenwart hineingetragen, und die aktuelle Ausgabe von Pleschinski beweise dies nochmal. Weisbrod hält entgegen, dass Madame Pompadour eine durchaus facettenreichere Rolle im Hof gespielt haben müsste, als dies ihre vermeintliche "Lebensgeschichte" suggeriere. Keine verruchte "Gespielin des dekadenten französischen Königs", sondern eine "diplomatische und politisch" versierte Frau - dieses Bild Madame Pompadour steht noch aus.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Sensationelles hat man nach Meinung von Ursula Pia Jauch von dieser dritten deutschen Übersetzung der Briefe nicht zu erwarten. Alllerdings hilft der Band offensichtlich durchaus, das Bild "dieser vermeintlich umfassbaren historischen Figur" zu schärfen: So kann man beispielsweise nachlesen, was für eine erstaunliche Geschäftsfrau die Madame de Pompadour gewesen ist, die über ihre Ausgaben für Küche, Kerzen und Garderobe genauestens Buch geführt hat. Ansonsten weiss die Rezensentin zu schätzen, dass die Briefe zu "Was-wäre-wenn-Fragen" einladen, so zum Beispiel zu der Frage, was wohl gewesen wäre, wenn sich Madame de Pompadour mehr für die von Verbot bedrohte "Encyclopédie" eingesetzt hätte. Wobei Jauch allerdings nicht so weit gehen würde wie der Herausgeber, nämlich dass in diesem Falle die Weltsprache heute womöglich Französisch wäre.

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