Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Andrea Camilleri
M wie Mafia
Klappentext
Bernardo Provenzano, 1933 in Sizilien geboren, war lange Zeit der Kopf der sizilianischen Cosa Nostra. Er gehört den Corleonesi an, einer Mafia-Fammilie aus dem Bergstädtchen Corleone. Von den frühen 1960er Jahren bis zu seiner Festnahme 2006 wurde Provenzano nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Nach 43 Jahren wurde Bernardo Provenzano im Alter von 73 Jahren am 11. April 2006 von der italienischen Polizei in einem heruntergekommenen Schuppen in der Nähe des Stadtzentrums von Corleone festgenommen. In seinem Versteck fanden sich etwa 200 kleine Zettel, so genannte pizzini, mit Hilfe derer er mit der Außenwelt kommunizierte und die Geschicke der Mafia lenkte. Andrea Camilleri erzählt die spektakuläre Geschichte Provenzanos und verpackt das Ganze als ein Lexikon über die Mafia. Dabei bedient er sich der oben genannten pizzini und zeigt an Provenzanos Leben exemplarisch, wie die Mafia funktioniert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.09.2009
Gleich zwei Bücher nehmen es derzeit mit der Mafia auf, und Henning Klüver findet sie beide wichtig und notwendig, "weil sie Werte setzen und Klarheit schaffen, wo andere lieber im Nebel einer zunehmenden Begriffsverwirrung ihren Geschäften nachgehen". Während der Antimafia-Staatsanwalt Raffaele Cantone von den "schrecklich alltäglichen" Verbrechen der italienischen Mafia erzähle, widmet sich Andrea Camilleri in seinem Brevier dem letzten großen Paten, Bernardo Provenzano. Zusammen mit Toto Riina hatte dieser in den neunziger Jahren den großen Krieg gegen den Staat geführt und wurde, nach vierzig Jahren im Untergrund, im Jahre 2006 verraten, weil, wie Camilleri vermutet, die Methoden des "Traktors" nicht mehr zeitgemäß waren, benötigt wurden jetzt Buchführung und Finanzspekulation. So spannend der Stoff auch sei, stört sich Klüver an der Aufbereitung des Stoffes. Camilleri lehnt sich an die Zettelchen an, mit denen Provenzano kommunizierte, die "pizzini", doch eine "narrative Lexikonstruktur" ergebe sich daraus nicht wirklich, und man merke Camilleri deutlich diese Unsicherheit an, der sich nicht ganz entscheiden könne, ob er die die Geschichte der Cosa Naostra, ihres Paten oder seines Kommunikationssystems erzählen wolle.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








