Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. "Die Welt und ich haben schon immer im Streit miteinander gelegen", erinnert sich Luisa an ihrem 15. Geburtstag. "Freundschaft" bedeutet für sie nur, dass man gemeinsam dieselben Leute nicht ausstehen kann. Sie weiß nicht, wem sie trauen kann und wohin sie mit ihren Aggressionen soll, und weshalb man nicht immer zurückgeliebt wird, wenn man verliebt ist. Luisa rastet aus und zwar richtig. Sie ist ins Meer gegangen. Aber ein Hund hat sie wieder rausgefischt. In der Klinik soll sie sich und ihr Leben wiederfinden. Sie vertraut sich dem Therapeuten Hans an, sie beobachtet die anderen Patienten mit all ihren Zwangsneurosen. Als sie nach vielen Auf und Abs stark genug ist, die Villa zu verlassen, weiß Luisa, dass sie noch einen weiten Weg vor sich hat. Aber eines hat sie gewonnen: Vertrauen in die Menschen und in sich selbst.
Als zarte Innenansicht extremer Seelenlagen hat Andrea Hünniger dieses Jugendbuch über eine Fünfzehnjährige in einer psychiatrischen Klinik gelesen, dessen grausame Geschichte sie sehr bewegt und beeindruckt hat. Allein schon die Tatsache, dass es diese subjektiv aus der Sicht der Protagonistin erzählte Geschichte sehr schwer macht, zwischen Realität und Einbildung zu unterscheiden, überzeugt die Kritikerin sehr. Es ist dabei gerade eine "perverse Leichtigkeit", mit der hier von der "ungeheuren Anstrengung" erzählt wird, die das bloße Existieren bereitet, die ihr zu denken gibt. Auch dass die Autorin auf jegliche Analyse verzichtet, beeindruckt Hünninger sehr.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2009
Anja Knabenhans hat diesen Roman gern gelesen, in dem Karlijn Stoffels schildert, wie die 15-jährige Luisa mit Gott und der Welt hadert: Mit der Mutter klappt es nicht, mit den Jungs auch nicht, und überhaupt scheinen die Gedanken in Luisas Kopf nie zur Ruhe zu kommen. Nach einem Selbstmordversuch wird sie in die Jugendpsychiatrie eingewiesen. Dort soll sie lernen, Lebenswillen zu entwickeln und Vertrauen zu fassen. Neben den realistisch gezeichneten Auf und Abs von Luisa findet Knabenhans auch die emotionale Entwicklung der Patientin authentisch dargestellt. Darüber hinaus findet die Rezensentin das Buch weder "rührselig" noch "beschönigend". Dass Stoffels am Ende auf einen glücklichen Ausgang verzichtet, nimmt der Geschichte, welche durchzogen ist mit "selbstironischen und sarkastischen Äußerungen", nichts von ihrer "ungewöhnlichen Leichtigkeit", urteilt die Rezensentin.
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