Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Colm Toibin

Mütter und Söhne

Erzählungen

Cover: Mütter und Söhne

Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN-10 3446230637
ISBN-13 9783446230637
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Übersetzt aus dem Englischen von Ditte und Giovanni Bandini. Geschichten von Menschen, die mit ihrem Leben zurechtkommen müssen, nachdem etwas passiert ist: Die Söhne in Toibins erstem Erzählungsband sind Diebe, Priester, Bauern, die Mütter Folksängerinnen, Alkoholikerinnen oder Geschäftsfrauen, aber alle unterhalten hochkomplizierte Beziehungen zueinander...

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Mütter und Söhne von Colm Toibin - Leseprobe bei Hanser

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2009

Rundum begeistert ist die Rezensentin Verena Lueken von diesem Band mit Erzählungen des irischen Autors Colm Toibin. Meisterhaft führe er hier wieder seine ganz große Kunst vor, die darin bestehe, über "Leerstellen" im Leben seiner Figuren so zu erzählen, dass er sie nicht überbetont und doch jederzeit sichtbar macht. Um Kriminelle geht es, um Kindesmissbrauch in einer Erziehungsanstalt, um eine Mutter, die verschwindet, um einen Mann, der die Großmutter, die ihn über alles liebte, verliert. Was Lueken so bewundernswert findet, ist, dass Toibin all das ohne Rückgriff auf psychologisierende Erklärungen zu erzählen versteht, dass er die Gefühle, die Nöte, auch die Leere ganz und gar in die Sprache hinein legt. Ein ausdrückliches Lob geht deshalb auch an die Übersetzer Ditte und Giovanni Bandini, die den "Reichtum" dieser Sprache ins Deutsche gerettet haben.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2009

Nach Friedhelm Rathjens Einschätzung ist das Radikalste an Colm Toibins erstem Erzählungsband, dass er darin vielleicht noch konsequenter an traditionellen Erzählmustern festhält als schon in seinen Romanen. Denn liest man Toibins zehn Geschichten, die zur Hälfte aus der Sicht einer Mutter, zur Hälfte aus der Perspektive von Söhnen in erlebter Rede erzählen, könnte man glauben, dass es seit James Joyces' "Dubliners" keine literarische Entwicklung gegeben habe, so der Rezensent. Insbesondere die Söhne der Geschichten haben das  "Bemühen um Distanz" zu ihrer wichtigsten Aufgabe gemacht, und üben sich darin, möglichst wenig zu denken oder zu tun, um ihre innere Leere zu verbergen, stellt Rathjens fest. Und am Ende erkennt er in dieser Haltung auch die äußerst "raffinierte Suggestion" des Toibin'schen Erzählens, denn hinter den detailverliebten Schilderungen, den Handlungssträngen, die ins Leere führen oder dem bedeutungsheischenden "Understatement" kann der Rezensent statt Tiefsinnigkeit eben nur "Oberfläche" erkennen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.03.2009

Der Ire Colm Toibin ist in Deutschland nicht von der Kritik, aber doch vom breiteren Publikum noch zu entdecken, so der Rezensent Lothar Müller. Sein großer Roman um Henry James, "Porträt des Meisters in mittleren Jahren", erfahren wir, hat sich hierzulande nicht sonderlich gut verkauft. Vielleicht, meint Müller, kann da die im Original 2007 erschienene Erzählungssammlung nun Abhilfe schaffen. Finden sich doch alle Stärken des Autors auch auf der kürzeren Strecke. Zum einen nämlich das niemals versagende Formbewusstsein, mit dem Toibin selbst in der Nachfolge des großen Henry James steht. Zum anderen aber auch das vielleicht wichtigste Thema des kosmopolitischen Iren: die südirische Provinz als Lebensform. Subtil und unangestrengt weiche Toibin da allen folkloristischen Klischees aus und bewahre so eine große Offenheit im Detail wie auch in der Regel im Ausgang seiner Geschichten. Wiederum erweist er sich damit, so Müller, als "einer der großen Erzähler seiner Generation".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus
Anzeige
Hanser bei Facebook

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren