Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Wolfgang Leonhard
Anmerkungen zu Stalin
Klappentext
In Putins Russland feiert eine historische Figur ein erstaunliches Comeback: Bei einer Volksumfrage wurde Josef Stalin jüngst zum "größten Helden der russischen Geschichte" gewählt. In dem Land, in dem auch wieder die alte Stalin-Hymne gesungen wird, droht die Erinnerung an die Greuel zu verblassen, wird einer der schlimmsten Diktatoren des letzten Jahrhunderts gern in mildem Licht gesehen, als Patriot und Garant nationaler Stärke. Anlass genug für Wolfgang Leonhard, Jahrgang 1921, den letzten Überlebenden der "Gruppe Ulbricht", sich erneut mit dieser Jahrhundertgestalt zu beschäftigen. Leonhard schöpft dabei aus eigener Erfahrung: Er verbrachte seine Jugendjahre in Moskau, seine Eltern wurden Opfer der Säuberungen unter Stalin.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2009
Ausgesprochen wichtig findet Peter Sturm dieses Buch Wolfgang Leonhards gegen die Verklärung Stalins. Der frühere Angehörige der "Gruppe Ulbricht" und Komintern-Funktionär Leonhard sieht sich zu einer Art Gegendarstellung veranlasst angesichts der positiven Rückbesinnung in Russlund auf den Diktator und der Verharmlosung der stalinistischen Verbrechen, erfahren wir. Diese Verdrängung habe schon in den dreißiger Jahren, direkt nach Stalins "Säuberungen" bestens funktioniert; und sogar der Autor selbst habe sich lange nicht vom Glauben an Stalin abbringen lassen - auch nicht durch die Verhaftung der eigenen Mutter, wie Sturm uns wissen lässt. Seine Erinnerungen an das stalinistische Regime, findet Sturm, beschreibt der Autor nun "kurz, aber wie immer anschaulich". Zwar präsentiere Leonhard keine neuen oder überraschenden Erkenntnisse, der Rezensent betont aber die Wichtigkeit einer derartigen Dokumentation und wünschte sich auch für die DDR einen solchen Chronisten.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Eine unverwechselbare Färbung bescheinigt der Historiker Gerd Koenen diesem schmalen und sehr persönlich gehaltenen Buch über das Verhältnis des inzwischen 88-jährigen Sohnes einer deutschen Emigrantin in Moskau zu Stalin. Wolfgang Leonhard zeichnet der Beschreibung des Rezensenten zufolge dabei eine sehr pointierte Wirkungsgeschichte dieses ebenso skrupellosen wie erfolgreichen Diktators. Auch illustriert das Buch aus Koenens Sicht sehr eindringlich das Leben jener Jahre zwischen Terror, Euphorie und Geborgenheit. Aber auch den Bruch, den der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion 1939 für die antifaschistischen Emigranten in Moskau bedeutete. Getrieben sei das Buch merklich durch die Stalin-Renaissance im heutigen Russland, und wenn Spezialisten hier auch vielleicht neue und originelle Erkenntnisse vermissen werden, eröffnet es aus Koenens Sicht doch Zugänge, wie es akademischen Arbeiten nur selten gelinge.
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