Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann. Charakterstärke ist nichts, was einem in die Wiege gelegt wird. Man erwirbt sie. So wie Rabia, die Enkelin eines sittenstrengen Istanbuler Patriarchen. Konfrontiert mit westlichem Denken und den Eigenarten der türkischen Kultur, wird Offenheit ihr Schlüssel zum Glück. Halide Edip Adivars unterhaltsamer Entwicklungsroman ist ein leidenschaftliches Plädoyer für kulturelle Toleranz.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Halide Edip Adivar: Die Tochter des Schattenspielers - Leseprobe beim Manesse Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2009
Mit großer Begeisterung hat Stefan Weidner diesen Roman der türkischen Schriftstellerin Halide Edip Adivar aus dem Jahr 1935 aufgenommen. Er lobt das Werk, das für ihn "Bildungs- und Zeitroman?, "Sittengemälde? und "Experimentallabor west-östlicher Ideen und Lebensentwürfe? zugleich ist, in den höchsten Tönen. Zum einen, weil es überzeugend ein faszinierendes "spätosmanisches Panoptikum? entwirft, zum anderen, weil es ungemein spannend und unterhaltsam zu lesen ist. Außerdem hebt Weidner die "Beschreibungskunst? der Autorin hervor sowie ihre sublimen Inszenierungen "west-östlicher Mentalitäten? und verschiedener gesellschaftlicher Positionen, die die Türkei bis heute polarisieren. Er bescheinigt der Revolutionärin Adivar, die sich in den zwanziger Jahren mit ihrem einstigen Weggefährten Atatürk überwarf und nach England emigrierte, in diesem Roman zu zeigen, wie für die Türkei ein menschlicher Mittelweg zwischen brutaler Modernisierungspolitik und konservativer Traditionen aussehen könnte. Das Werk zählt für Weidner ohne Frage zu den Klassikern der europäischen Moderne. Rundum gelungen findet er auch die Übertragung ins Deutsche.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2009
Rezensentin Christiane Schlötzer freut sich über dieses "unterhaltsame Sittenporträt" von Halide Edip Adivar, die kurz nach Gründung der türkischen Republik mit den Machthabern trotz ihrer nationalistischen Gesinnung in Konflikt geriet und das Land verließ. Auch im britischen Exil warb sie weiter für eine moderne Türkei, berichtet die Rezensentin. Stilistisch ist die Autorin nach Schlötzers Meinung zwar nicht umwerfend "elegant". Dafür sei das Buch "ein Plädoyer für die Freiheit, ein individuelles Glück zu suchen". Einen "Sog" entwickelt die Geschichte dadurch, findet die Rezensentin, dass sie sowohl "emanzipationsgetöntes Entwicklungsdrama" als auch "politische Chronik" ist. Halide Edip Adivar ließ sich dazu nach Meinung der Rezensentin stark von ihrer eigenen Biografie inspirieren.
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