Die Filmtheorien, die seit der Entstehung des Kinos am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden, lassen sich als eine Reihe von Metaphern, Konzepten und Begriffsfeldern verstehen, die sich auf den Körper des Zuschauers und dessen taktilen, epistemologischen, sensomotorischen und perzeptuellen Oberflächen und Wahrnehmungsarten beziehen. Für die 'klassische Filmtheorie' (etwa seit 1945) lassen sich sieben Entwicklungsstufen ausmachen, die in dieser Einführung entfaltet werden und denen die jeweils dominante Form des Kinos der betreffenden Epoche entspricht. Neben dem historisch-analytischen Überblick über die entscheidenden theoretischen Positionen schließt dieser Einführungsband also auch eine Re-Klassifikation der Filmgeschichte seit 1945 anhand des Körpers des Zuschauers ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2008
Ungeahnte Durchblicke eröffnet dieser Band der Rezensentin. Die Rückkehr zur Theorie der Verkörperung, für die das Buch für Gesine Hindemith ein Beispiel darstellt, beobachtet die Rezensentin mit Entzücken. Immerhin wird hier die Filmtheorie neu aufgerollt. Film im Verhältnis zum wahrnehmenden Körper und die von Eisenstein erprobte Methodik einer Balance zwischen Theorie und Praxis - das macht Sinn, findet Hindemith. Sie folgt der filmtheoretischen Propädeutik der beiden Autoren Thomas Elsaesser und Malte Hagener und sieht die alte Frage nach der Trennung von Geist und Körper in den im Band untersuchten neuen, immer komplexeren Erzählweisen neu gestellt.
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