Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Die moralische Orientierung, die früher durch die Bibel als einheitlichem Bezugspunkt gegeben war, schwand bereits zur Zeit der Aufklärung. Kant wollte mit seinem kategorischen Imperativ eine neue universelle Orientierungsregel geben. Die bekanntesten Modifikationen des katogorischen Imperativs nach dem Zweiten Weltkrieg stammen aus der Feder von Apel, Dworkin, Habermas und Rawls. Darüber hinaus haben Feminismus, Poststrukturalismus und Kommunitarismus der gesellschaftlichen Dezentrierung Rechnung getragen. Diese Konzepte behandelt der erste Teil des Buchs. Im zweiten Teil werden die sozialen Grundlagen einer Moral der Gegenwart erörtert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.02.2000
Andreas Brenner ist enttäuscht: Horsters postchristliche Moral versagt, sobald der Autor sie auf den Einzelfall anwendet, etwa beim "Erlanger Baby" oder der Sterbehilfe. Dann zeige sich, dass Horsters Postulat der "wechselseitigen Anerkennung" - offenbar ein Ersatz für "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" - wenig tauge. Denn die Forderung der "wechselseitigen Anerkennung" beruhe letztlich auf dem Gebot christlicher Nächstenliebe. Dieses Gebot wurde nach christlichem Glauben immerhin von Gott aufgestellt. "Wechselseitige Anerkennung" könne dagegen nur ein unverbindlicher Appell sein: "Da nützt es auch nichts, Gott ins Sachregister zwischen Godesberger Programm und Grenzsituation zu verfrachten", bemerkt Brenner unwirsch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Ein Fan des Buchs ist Friedrich Wilhelm Graf wohl nicht gerade. Hier begebe sich ein Philosoph der "zweiten Modern" auf den boomenden Beratermarkt, um eine "umfassende Moralkonzeption" zu liefern. Graf stört zum Beispiel Horsters idyllisches Mittelalter-Bild, das er sich zusammenstellt, um seinen Begriff der "postchristlichen Moral" dagegen abzusetzen - moderne Mittelalterforschung nehme Horster dabei gar nicht zur Kenntnis. Hinter Horsters Frage, ob es im Zeitalter der Individualisierung noch eine verbindliche Moral geben könne wittert Graf zudem Eigeninteressen: "Wer so fragt, will sich als Repräsentant des Allgemeinen in Szene setzen, also herrschen." Und Horsters Wille zur Harmonie durch eine Moral der gegenseitigen Anerkennung ist auch nicht nach Grafs Geschmack: Da drohe "repressiver Konsenszwang". Henrich sei ein "Sozialmoralmissionar".
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