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Aus dem Archiv
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Klappentext
Philosophische Anthropologie meint in dieser Studie nicht eine philosophische Subdisziplin, sondern eine besondere Theorierichtung in der deutschsprachigen Philosophie des 20. Jahrhunderts, die mit den Namen Max Scheler, Helmuth Plessner, Erich Rothacker, Arnold Gehlen, Adolf Portmann u.v.a. mehr verbunden ist. Der erste Teil erzählt die verwickelte, teil abenteuerliche Entstehungs-, Aufstiegs- und Entfaltungsgeschichte dieser Denkergruppe von 1919 bis 1975 - einschließlich ihrer beachtlichen Wirkungsgeschichte in verschiedenen Disziplinen wie der Soziologie, Psychologie, Biologie und der Philosophie selbst. Im zweiten Teil wird der philosophische Identitätskern dieser Philosophischen Anthropologie als Denkansatz präzisiert. Bei aller internen Differenz ging es den Hauptautoren philosophiesystematisch um die Wiederherstellung der richtigen Intuition idealistischer Vernunftphilosophie im Medium der treffenden Entdeckung lebensphilosophischer Vernunftkritik. In der Bestimmung des Menschen als exzentrische Positionalität; kommt die Philosophische Anthropologie zu unikaten kategorialen Verschränkungen zwischen den Bio-, Sozial- und Kulturwissenschaften, deren sachlichen Reichtum die Studie versammelt.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.08.2008
Rezensent Kersten Schüssler hat Joachim Fischers Werk über "Philosophische Anthropologie" im 20. Jahrhundert sehr freundlich aufgenommen. Gespannt folgt er der sachlich gehaltenen Darstellung von Denkern wie Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen, Erich Rothacker und Adolf Portmann. Dabei hebt er hervor, dass es den Begründern der Philsophischen Anthropologie um eine "rationale Wende zum Leben" ging, um eine Philosophie der Biologie, "die sich systematisch zu anderen Wissenschaften wie auch zur Politik öffnet". Dieser Aspekt macht sie nach Ansicht von Schüssler auch für das 21. Jahrhundert interessant, wobei er etwa an die Fragen nach dem menschlichen Wesen denkt, die die Genomforschung aufwirft. Ausführlich rekapituliert er die verschiedenen Denkrichtungen in der Philosophischen Anthropologie, wobei er die Distanz der Protagonisten zueinander betont. Fischers Werk baue der Philosophischen Anthropologie im 20. Jahrhunder eine "große Bühne". Dass dabei auch der Anthropologie fernstehende Denker wie Niklas Luhmann ihren Auftritt haben, scheint Schüssler fast ein wenig zu großzügig, andererseits aber findet er dies auch "ungemein anregend".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2008
Faszinierend und imponierend findet Jens Hacke die von Joachim Fischer aufgeschriebene intellektuelle Beziehungsgeschichte zwischen Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen. Daran, dass hier ein akademischer Individualist am Werk ist, hat Hacke keinen Zweifel, das Buch, meint er, sprengt sämtliche normalen Maßstäbe. Fischers Anliegen sieht Hacke darin, zwischen den Begründern der Philosophischen Anthropologie zu vermitteln und darüber hinaus die weiteren Wirkungskreise ihres Denkens nachzuvollziehen. Hacke attestiert dem Autor diesbezüglich theoriescharfe und insistierende analytische Fähigkeiten sowie Urteilssicherheit und Originalität. Dass Fischers Arbeit auf eine theoretische Einheitlichkeit abzielt, verursacht dem Rezensent allerdings leichtes Magendrücken. Innere Widersprüche und die unterschiedlichen Konsequenzen, die Gehlen und Plessner aus ihrer Anthropologie ziehen, meint er, fallen dabei unter den Tisch. Lieber als auf Identitäten richtet Hacke den Blick auf die "Seitenstücke" bei Plessner und Gehlen. Auch dazu inspiriert ihn der Band.
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