Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bernhard Waldenfels

Das leibliche Selbst

Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes

Cover: Das leibliche Selbst

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 351829072X
ISBN-13 9783518290729
Taschenbuch, 418 Seiten, 14,21 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Regula Guiliani. Ausgehend von der Rätselhaftigkeit des Leibes, der weder den Dingen noch dem Geist zugerechnet werden kann, werden verschiedene Dimensionen der Leiblichkeit wie Empfinden und Wahrnehmen, Spontaneität und Gewohnheit sowie Ausdruck und Sprache des Körpers entfaltet. Der anticartesianische Entwurf läuft auf eine Verflechtung von natürlichem und kulturellem, von eigenem und fremdem Leib hinaus. Am Ende steht der Ausblick auf ein leibliches Responsorium und ein Ethos der Sinne. Die Vorlesungen greifen zurück auf Husserls, Schelers, Plessners und vor allem auf Merleau-Pontys Phänomenologie des Leibes sowie auf Gestalttheorie, Verhaltensforschung, medizinische Anthropologie und Pathologie. Gleichzeitig werden Brücken geschlagen zu neueren neurologischen Forschungen sowie zu Fragen der Körpergeschichte, der Körpertechnik und der Körperpolitik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2001

Waldenfels fasst hier zusammen, sagt uns Rezensent Khosrow Nosratian, was er in mehr als zwei Jahrzehnten vorgelegt hat. Und das war schon der einzige Satz, der in halbwegs geläufigem Deutsch geschrieben ist. Ansonsten rudert man als Leser hilflos im Philosophenschwulst und ahnt: so geht es zu in den "Grauzonen der Vernunftkunst" welche nach Nosratian die Domäne phänomenologischer Übung bilden. Und um einen Meister derselben muss es sich bei Waldenfels handeln. Das kindliche Staunen ist ihm, wenn wir unseren Rezensenten richtig verstehen, die Mutter aller Phänomenologie: "ein rätselhaftes Anrufverstehen, ein Kräuseln der Nicht-Indifferenz, ein Flimmern im Fleisch der Welt." Wo da genau der Leib ins Spiel kommt, fragen wir vielleicht lieber Botho Strauss, der ja neuerdings auch gern so geschwollen schreibt. Irgendwie haben auch Merleau-Ponty und Schelling etwas mit Waldenfels` Theorien zu tun. Der Rezensent raunt dann am Ende, dass er philosophische Theorie und diskurstechnische Praxis letztlich nicht hundertprozentig einleuchtend fand. An anderer Stelle stand auch mal was von "Schwachstellen eines Philosophierens" zu lesen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel „mim“ unterstreicht in seiner Kurzrezension zunächst die Bedeutung Bernhard Waldenfels` insbesondere für die deutschsprachige Phänomenologie. Im vorliegenden Band sind nun, wie der Leser erfährt, vor allem Vorlesungen von 1996/97 zu nachzulesen - im „für Vorlesungen typischen Stil“ zwar, wie „mim“ anmerkt, dennoch lohnt die Lektüre seiner Ansicht nach durchaus. Der Rezensent weist auf die sehr eigenen Ansätze des Autors bei dieser Thematik hin und empfiehlt dieses Buch nicht zuletzt wegen seiner „reichhaltigen Phänomenologie der Leiblichkeit in der Spannung von Welt-, Selbst- und Fremdbezug.“

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren