Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Seit Jahrtausenden beschäftigen diese Fragen die Menschen, und lange Zeit bestimmten Theologen und Kirchenfürsten den Ton der Debatte. Doch spätestens seit dem 20. Jahrhundert hat die Religion als sinnstiftende Instanz ausgedient. An ihre Stelle sind die Naturwissenschaften getreten. Doch diese sind damit überfordert, stellt Alexander Kissler fest. Denn auf den Feldern, auf denen heute die Zukunft der Menschheit gewonnen oder verloren wird- Biotechnologie, Umweltschutz, Wirtschaftsethik - stehen sich nicht Wissenschaft und Religion gegenüber, sondern Vernunft und Unvernunft. Doch fundamentalistische Überzeugungen, seien sie religiös oder wissenschaftlich motiviert, bieten keinen Ausweg aus dieser Sinn- und Lebenskrise. Was wir nötiger denn je brauchen, ist ein Glaube, der die modernen Wissenschaften vor Gewissenlosigkeit, und ein Wissenschaftsverständnis, das den Glauben vor Blindheit bewahrt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.09.2008
Rezensent Christian Schüle ist nicht ganz froh mit diesem Buch geworden, obwohl er Alexander Kissler schließlich "als erfrischend unzeitgemäße" wertkonservative Stimme lobt. Trotzdem stört ihn wohl der furiose "Anti-Dawkins"-Habitus, mit der Rezensent Schüle den Autor Kissler in seinem Buch über den "Vernunftterror" auftreten sieht, der die "Vernunft vor sich selbst" geschützt sehen will und dabei mitunter sehr nah an Papst Benedikt XVI. entlang argumentiert. Und zwar vor allem deshalb, weil es hier für den Geschmack des Rezensenten "viel Schmalz auf einer dünnen Scheibe Brot" zu lesen gibt. Auch die Entkräftung gegnerischer Argumente gehört Schüles Eindruck zufolge nicht zu den Stärken Kisslers, der sie gerne mit einem Federstrich wegwischen würde. Auch meldet der Rezensent Zweifel an, ob die Welt wirklich so schlecht ist, wie Kissler sie darstellt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.08.2008
Alexander Kisslers Buch über Glaube und Vernunft hat Rezensent Rudolf Walther in keiner Weise überzeugt. Dabei kann auch Walther erklärtermaßen mit naturalistischen Atheisten wie Richard Dawkins nichts anfangen und zeigt sich für aufgeklärte Vermittlungsversuche zwischen Religion und Wissenschaft, wie sie etwa Jürgen Habermas unternimmt, aufgeschlossen. Kisslers Argumentation allerdings mag er sich nicht beugen. Zwar hält er ihn nicht für einen "schäumenden Fanatiker", wohl aber für einen "stolz kokettierenden Brachialkatholiken vom Schlage des Aufklärungsgegners Louis de Bonald". Das Buch scheitert seines Erachtens vor allem deshalb, weil Kissler sich nicht die Mühe mache, zu unterscheiden, was Vernunft in der Antike, im Mittelalter, in der Zeit der Aufklärung und im nachmetaphysischen Zeitalter bedeutet. Kisslers Meinung, Vernunft sei heute selbst ein religiöses Dogma ist für den Rezensenten ein "Pauschalurteil". Störend empfindet er auch die Geringschätzung, mit der Kissler mit Aufklärern wie Lessing, Diderot oder Kant ins Gericht geht. Demgegenüber hält er fest: Kissler bewege sich ganz auf der "Geisterbahn von Ratzingers Regensburger Rede".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2008
Als "erfrischend angriffslustig" hat Thomas Jansen Alexander Kisslers Stellungnahme zum "Neuen Atheismus" und zu den (Nicht-)Reaktionen der Kirche empfunden. Deutlich spürbar ist für Jansen die Provokation des Unterfangens, die Kirche für die Anbiederung an den Zeitgeist zu kritisieren. Kisslers Buch liest er nicht als theologisches Traktat, sondern streitbare Vernunftskritik, die sich ihres Dilemmas (subjektiver Setzungen) bewusst ist. Kann er Kisslers Schlüsse auch nicht immer "zwingend" finden, was der Autor an Historischem zum Verhältnis Glauben und Vernunft zusammenträgt, erscheint ihm stets anregend.
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