Die letzten Jahrzehnte der Kolonialzeit und die Jahre unmittelbar nach der Unabhängigkeit waren eine überaus fruchtbare Umbruchsphase für Afrika. Es war die Zeit, in der eine populäre afrikanische Kultur entstand. Für das Veständnis des modernen Afrika ist diese populäre Kultur längst maßgeblich geworden. Sie wurde schnell zu dem Ort, wo sich das Nicht-Offizielle, Subversive, Alternative äußern konnte, wo sich Protest und Widerstand vernehmen ließen. Bender zeichnet diesen Weg historisch nach: vom Highlife, dem dominanten Musikstil der 60er Jahre bis hin zu Popular Culture, die Künste und Alltag gleichermaßen durchdringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.02.2008
Rezensent Andreas Eckert kommt zu einem gemischten Fazit angesichts dieses Buchs über den Highlife, einen in Nigeria in den Fünfziger Jahren populär gewordenen Musikstil. Einerseits reiße Autor Wolfgang Bender, der das Archiv für afrikanische Musik an der Universität Mainz leitet, mit seiner Begeisterung für das Thema durchaus mit, meint Eckert, andererseits funktioniere das Buch inhaltlich nicht. Es fehle an einer stringenten Argumentation und auch der neueste Forschungstand werde nicht berücksichtigt, moniert der Rezensent. Das ist besonders bedauerlich, weil nach Eckerts Meinung gerade die Popkultur ein "wichtiger Schlüssel zum Verständnis der gesellschaftlichen Verhältnisse auf dem Kontinent ist".
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