Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Irma Krauß

Das Wolkenzimmer

(Ab 12 Jahre)

Cover: Das Wolkenzimmer

cbj Verlag, München 2007
ISBN-10 3570132714
ISBN-13 9783570132715
Kartoniert, 318 Seiten, 14,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Brennenden Liebeskummer im Herzen stürzt Veronika einen Turm hinauf, um in den Tod zu springen. Doch stattdessen findet sie auf dem Turm das Leben - und einen Menschen und seine Geschichte. Im "Wolkenzimmer" stört Veronika den alten Türmer und sein Geheimnis auf. Stück für Stück erfährt sie von dem jüdischen Jungen in der NS-Zeit, der er einmal war, und von seinem verzweifelten Versuch, im Versteck zu überleben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.12.2007

Irma Krauß erzählt in ihrem Jugendroman eine Geschichte, die es Jugendlichen erleichtert, sich mit der Geschichte der Judenverfolgung im Dritten Reich auseinanderzusetzen, lobt Hilde Elisabeth Menzel in ihrer Rezension. Dabei gibt Krauß ihren Leserinnen mit ihrer Hauptfigur Veronika eine Identifikationsfigur an die Seite, die ihren ersten Liebeskummer durchmacht und sich von einem Kirchturm in den Tod stürzen will, berichtet Menzel. Doch daran wird sie vom Türmer gehindert, bei dem sie Unterschlupf findet und der ihr nach und nach erzählt, wie er selbst als Kind in diesem Turm Zuflucht vor antisemitischer Verfolgung durch die Nazis gefunden hatte. Die Rezensentin lobt nicht nur das Anliegen der Autorin und die geschickte Umsetzung, sondern hält ihr auch die große Einfühlungsgabe und Sympathie zugute, mit der sie ihre Figuren behandelt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.09.2007

Große Bewunderung äußert Rezensent Konrad Heidkamp für Irma Krauß' Roman "Das Wolkenzimmer", der auch von der Zeit-Jury mit dem Luchs-Preis prämiert wurde. Einziger Schauplatz dieses "dramatisch-poetischen" Romans ist ein steinerner Turm, um den die Autorin zwei Geschichten kreisen lässt. In der ersten dient er einer jungen Frau als Zufluchtsort; nach einem Streit mit ihrem Freund will sie sich durch einen Sturz das Leben nehmen. Wäre da nicht jener geheimnisvolle Turmwächter, der sie gerade noch davon abhalten kann. Auch in der zweiten Geschichte, die 60 Jahre früher angesetzt ist, dient der Turm als Refugium: Ein jüdischer Junge, der abtransportiert werden sollte, findet darin sein Versteck. Vor allem die Unbeschwertheit, mit der die Autorin diese beiden Geschichten ineinander verwebt, begeistert den Rezensenten: Sie wechsle zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen dem Jungen und Erwachsenem, "als steige sie leichtfüßig den Turm auf und ab". In letzterem erkennt Heidkamp zudem ein Symbol für "das Zuhause für Menschen auf der Flucht, vor anderen, vor sich selbst".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren