Herausgegeben von Julia Liebscher und Gabriella Hanke Knaus. Mit dem kompletten Briefwechsel zwischen Richard Strauss und dem Dresdner Generalmusikdirektor Ernst von Schuch (1846-1914) erhält der Leser einen vertieften Einblick in die Realisierung der Bühnenwerke von Strauss auf der Opernbühne. Er beginnt im Dezember 1884, ist am intensivsten in den Jahren der Arbeit an "Salome", "Elektra" und am "Rosenkavalier" und endet im November 1912. Strauss fand in Schuch einen engagierten Interpreten, der an den Erfolg seiner Opern glaubte und die Uraufführung der "Salome", die wegen sittlicher Bedenken in Berlin verweigert wurde, in Dresden durchsetzte. Die musikgeschichtlich wertvollen Zeitdokumente sind in bewährter Form mit einer Einleitung der Herausgeberin, für das Verständnis der Briefe unverzichtbaren ausführlichen Kommentaren, Bibliografie, Personen- und Werkregister erschlossen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel „rur“ versucht in erster Linie die Unterschiede zwischen den beiden Briefeschreibern herauszukristallisieren. So betont er die Nüchternheit und Sachlichkeit des Komponisten, der sich „meistens erstaunlich gut informiert“ zeigt, ob es nun um Zuschauerzahlen geht oder organisatorische Fragen. Selbst um Kostüme und Probenpläne habe sich Strauss selbst gekümmert. Wenig jedoch geben die Briefe in Sachen Klatsch und Tratsch her. Von Schuch zeigt sich prinzipiell wesentlich gesprächiger und ausschweifender, so „rur“, allerdings habe trotz deutlich spürbarer charakterlicher Unterschiede zwischen den beiden „eine intakte respektvolle Beziehung“ bestanden. „rur“ äußert die Vermutung, dass von Schuch sich schon früh über die Bedeutung Strauss‘ (nicht zuletzt für seine eigene Karriere) im Klaren gewesen sein muss. Abschließend findet der Rezensent noch einige lobende Worte für die Illustration des Bandes, die Bibliografie und die zwei Besetzungszettel der Uraufführungen von den Strauss-Opern „Feuersnot“ und „Rosenkavalier“.
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