Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Russischen von Andreas Tretner. Pepsi war für die "Breshnew-Generation" nicht nur ein Getränk, Pepsi war ein Symbol. Mit der Cola in der Hand träumten sich die Teenies der Siebziger in den goldenen Westen und staunten nicht schlecht, als er zehn Jahre später mit all seinen Segnungen ins Perestroika-Land Einzug hielt. Tatarski, ein Moskauer Junglyriker, weiß mit der aufkommenden Goldgräberstimmung bestens umzugehen. Er dichtet fortan nicht mehr für die Ewigkeit, sonder wir Werbetexter. Der "russischen Seele" müssen die Wunder der westliche Konsumwelt schmackhaft gemacht werden, und Tatarski erweist sich als begnadeter Meister dieser Kunst. Mit seinen grotesk überzeichneten Sprüchen und Videoclips begeistert er bald auch einheimische Auftraggeber ? "neue Russen", die ihren jüngst ergaunerten Reichtum nicht dick genug zur Schau stellen können und auch politisch Einfluss nehmen wollen. Tatarski macht Karriere in dieser durch und durch kriminellen Welt und wird immer tiefer in ihre Machenschaften verwickelt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000
Hans-Peter Kunisch kann dem Roman zwar einiges abgewinnen, hat ihm aber auch Schwächen vorzuwerfen. Dem russischen Autor sei eine "grell-skurrile Langzeitstudie" über die Entwicklung der Sowjetunion nach dem Zusammenbruch des Kommunismus gelungen, und er schicke mit dem gescheiterten Dichter Tatarski einen "schillernden Held" auf den Weg durch die Nachwendezeit. Der Rezensent wertet den Roman als "Groteske", die keinen Anspruch auf Wirklichkeitsnähe in den geschilderten Details hat, sondern "Symbole an den Leserhimmel" zeichnet, an denen man die Umrisse der Gegenwart ablesen kann. Jedoch kritisiert er, dass der Autor kaum einen Unterschied zwischen "Blödelei und gescheitem Witz" mache und mitunter seitenlang beliebige Geschichtchen "herunterrattert". Trotzdem verzeiht ihm der Rezensent diesen Makel, da neben uninspirierten Ideen fast genauso viele "brillante Einfälle" zu finden seien.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000
Alles in allem scheint dieser Roman dem Rezensenten Franz Haas ganz gut zu gefallen, auch wenn er sich bisweilen an dem "esoterischen und technizistischen Spuk", den Viktor Pelewin hier treibe, stört. Inhaltlich Problematisches werde jedoch durch den witzigen und selbstironischen Erzählstil wieder wettgemacht, und so beschreibt Haas die Rezeptur des Romans als "jede Menge postsowjetische Realität plus einen guten Schuss halluzinierte Zukunftsschrecken, gut durchgeschüttelt von seinem immensen Schreibwitz".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.08.2000
Wladimir Kaminer beschreibt zunächst den riesigen Erfolg dieses Romans in Russland, der dazu führte, dass der Autor sich lange Zeit nur verschleiert auf die Straße wagte. Pelewin, so erklärt der Rezensent diesen Erfolg, sei der erste, der die kapitalistische Gegenwart Russlands nicht beurteile, sondern "entziffere". Die Art und Weise, wie er aus leeren Floskeln eine ganz eigene Wirklichkeit bastelt, liest sich nach Ansicht des Rezensenten mit westlichen Augen wie "Science-Fiction", den Lesern in Russland komme das Resultat beinahe realistisch vor.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.08.2000
Gregor Ziolkowski ist begeistert von diesem Buch, auch wenn Pelewin, wie der Leser erfährt, in seiner Heimat nicht ganz unumstritten ist. Aber gerade das, was dem Autor dort vorgeworfen wird, erscheint dem Rezensenten besonders interessant. Da ist zum einen Pelewins weitgehende Abkoppelung von der literarischen Tradition Russlands. Nach Ziolkowski gibt es keine Anzeichen, dass der Autor mit der russischen Kultur "verschmilzt" oder sich auf andere Weise an ihr abarbeitet - sie ist ihm egal. Zum anderen betont der Rezensent den (schwarzen) Humor, das Lakonische in diesem Roman. Tatarski, der Protagonist, macht vor, wie man mit fast nichts, aber zumindest "einem knackigen Spruch ans große Geld kommt" - er ist Werbetexter, und zwar einer, der sich nicht durch tiefschürfende Reflektionen, moralische Skrupel oder Anzeichen von Gefühl das Leben und die Arbeit schwer macht, so Ziolkowski. Der Rezensent betont besonders die ungeheure "Scharfsichtigkeit" des Autors und die kühle und gleichzeitig doch so klare Zeichnung der Charaktere und Situationen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000
Kapitalismus mit sowjetischen Methoden, Werbung als Indoktrination und der Protagonist ein ewiger Anpasser, der am Ende im Zentrum der Medien-Simulation landet. Aus den turbulenten Abenteuern des Helden Tatarski, so der Rezensent Wilfried F. Schoeller, spreche zuletzt der "ennui" über das "Ende des Subjekts". Auf der Strecke dahin aber gebe es Komisches und Höhnisches, Satirisches und Hokuspokus und nur selten überbordenden und dadurch die Geduld strapazierenden Spieltrieb des Autors Pelewin. Summa summarum hat nach Ansicht des Rezensenten die "Generation P" (wie Pepsi und Putin) mit Viktor Pelewin ihren "überragenden Literaten" gefunden.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








