Peter Hacks

Verehrter Kollege

Briefe an Schriftsteller
Cover: Verehrter Kollege
Eulenspiegel Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783359016397
Gebunden, 367 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Rainer Kirsch. Aus dem viele tausend Briefe umfassenden Bestand im Nachlass des Dichters Peter Hacks hat Rainer Kirsch eine umfangreichen Auswahl der Briefe von Hacks an Schriftstellerkollegen getroffen. Unter den Adressaten sind u. a Bertolt Brecht, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Stefan Heym, Stephan Hermlin, Wieland Herzfelde, Hermann Kant, Erich Kästner, James Krüss, Thomas Mann, Heiner Müller, Peter Weiss, Arnold Zweig.
Die Briefe, durchweg originell und sachkundig, sind chronologisch angeordnet und kurz kommentiert. Sie zeigen den Dichter geist- und lustvoll bei seiner Arbeit und in der Kommunikation über poetische, politische, aber auch private Probleme. Gleichzeitig erzählen die aus einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren stammenden Briefen auch eine kleine Biografie des 2003 gestorbenen Autors.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Die Lektüre dieser Briefe ist ein Schnellkurs in deutscher Geschichte der letzten 50 Jahre. Ein sehr ergänzungsbedürftiger, aber außerdem noch ein nur schwer verdaulicher. Was der Herausgeber Rainer Kirsch an den Briefen lobt, dass nämlich jeder von ihnen als ein "wohl geformtes Gebilde" dasteht, erfährt ein weniger positiv voreingenommener Leser als ein entsetzlich selbstgefälliges Posieren. Er liest die Briefe und sieht deren Autor dabei sich wohl- und selbstgefällig im blank geputzten Spiegel seiner Sätze betrachten. Dabei stößt man selten auf etwas Eigenes. Nur der Tonfall, und der wird ganz wesentlich von Häme oder einem Augurengrinsen bestimmt. Wo man einverstanden ist mit dem Autor, da applaudiert man ihm, man bewundert den Scharfsinn, die Formulierungslust, wo man es nicht ist, hat man den Eindruck neben einem durchdrehenden Motor zu stehen....
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2007

Die "schwache Kommentierung" von Peter Hacks "Briefen an Schriftsteller" sowie den Umstand, dass der Band die Antworten der Briefpartner ausspart, scheint Jürgen Busche wegstecken zu können angesichts der Freude, die ihm die von Rainer Kirsch herausgegebene Korrespondenz aus 55 Jahren macht. Witz und Eleganz in der "Artikulation der Liebe zur neuen Heimat" des in die DDR übergesiedelten Hacks wechseln für Busche mit Intelligenz und Noblesse, etwa wenn es um die Ermutigung junger Autorenkollegen oder die "Betriebspolitik ohne Verbissenheit" geht. Für die Unbeirrbarkeit, mit der Hacks, auch in seinen Briefen, dem "Kommunismus stalinistischer Prägung" gehuldigt hat, will sich der Rezensent hingegen nicht begeistern. Über derartiges Walten "fugenloser instrumenteller Vernunft" kann er nur lachen.

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