Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Herausgegeben von Peter Villwock. 1973 erschien das "Arbeitsjornal", Journale die Bertolt Brecht zwischen 1938 und 1955 führte. In diesem Jahr beginnt die Edition seiner "Notizbücher", die Bertolt Brecht immer, schon als Jugendlicher, mit sich trug. Aus dem Zeitraum von 1918 bis zu seinem Tod 1956 sind insgesamt 54 Notizbücher bzw. Notizblocks überliefert, die in einzigartiger Weise Brechts Arbeitsweise dokumentieren: Aufzeichnungen, Entwürfe, vorläufige Ausarbeitungen und Fassungen, Ideenskizzen, Titel-Ideen, Briefentwürfe, Telefonnummern oder Autokennzeichen bis hin zu gesundheitlichen Ratschlägen: Alles ist vertreten, mal vorn begonnen, mal von hinten fortgesetzt, mal auf dem Kopf stehend; teilweise jede Seite zu einem anderen Thema, sind die Notizbücher lebendig und unmittelbar.
Insgesamt 14 Bände wird die Ausgabe der Notizbücher umfassen. Sie bieten jeweils erstmals alle Seiten als Reproduktion mit parallelen Transkriptionen sowie textkritischen Anmerkungen. Mit Band 7 beginnt die Edition, weil er eine Umbruchzeit in Brechts Schaffen dokumentiert: Ende der zwanziger Jahre beschäftigte ihn insbesondere das Projekt "Fatzer", aber genauso geht es um "Die Dreigroschenoper", "Mann ist Mann", "Mahagonny", um Gedichte und theoretische Überlegungen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.12.2010
Es ist Band 7, der erste von geplanten dreizehn Bänden von Brechts Notizbüchern. Dieser hier, aus den Jahren 1927-1930 stammend, hat es dem Rezensenten schon angetan. Als notwendig gleich in mehrfacher Hinsicht: Weil die Originale langsam zerfallen, weil sich hier jenseits von Klischees erkunden lässt, wie Brecht gearbeitet hat, und weil der Band "beinah bibliophil" daherkommt und vergleichsweise günstig, wie Sven Hanuschek frohlockend feststellt. Der Brecht, der ihm hier begegnet ist ein anderer. Nicht der platt belehrende, eher der skeptische, davon sprechen laut Hanuschek die enthaltenen Gedichtentwürfe ebenso wie Brechts festgehaltene Aussagen über das Projekt "Fatzer" oder die "Dreigroschenoper". Sympathisch auch, dass es auch weniger Werkbezügliches zu lesen gibt, wie der Rezensent vermerkt, Badevorschriften etwa. Wie das alles originalgroß faksimiliert, gut historisch-kritisch ausführlich rekonstruiert und kommentiert und stellenweise durch die Herausgeber Peter Villwock und Martin Kölbel sogar spannend gefasst ist wie ein Krimi, das findet Hanuschek schlichtweg grandios. Brechts wildes Denken und Schreiben - hier wird es dem Rezensenten, besser als in den glasklar geschliffenen Werken, offenbart.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2010
Des Lobes und des Zweifels voll ist Rezensent Lorenz Jäger angesichts dieses herausragend edierten Prachtbands, mit dessen Hilfe man einen Einblick in die Werkstatt des jungen Dichters Bert Brecht werfen kann. Das Lob gilt der mustergültigen Ausstattung, dem Kommentar und der Tatsache, dass diese Texte, die keinerlei Werkcharakter haben, nun vorliegen. Man lerne darin manches, nicht zuletzt, wie gefährlich nahe Brecht in den Zwanzigern dem Revuetheater kam. Interessante Fragmente zu leider nicht Ausgeführtem finden sich ebenso wie Bosheiten gegen die bürgerliche Antikriegsliteratur etwa von Erich Maria Remarque. Dennoch bleibt leiser Zweifel: Wie soll man sich eigentlich das Publikum vorstellen, fragt der Rezensent, das sich für ein sehr spezielles Buch wie dies hier interessiert? Nun gehört er fraglos dazu, darum kümmert es ihn auch nicht weiter.
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