Graham Swift

Schwimmen lernen

Erzählungen
Cover: Schwimmen lernen
Carl Hanser Verlag, München 2006
ISBN 9783446207691
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Rojahn-Deyk. Ein junges Liebespaar versteckt sich vor den Eltern und man ahnt, dass der heiße Sommer und grundlegender Geldmangel die beiden auf eine harte Probe stellen wird. Ein Mann stellt fest, dass er und seine Frau von zwei verschiedenen Planeten stammen könnten, so unterschiedlich ist ihre Wahrnehmung der Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2007

So sanft wie scharf geht Michael Maar mit diesem Band früher Erzählungen des nachmals dann ziemlich berühmten Autors Graham Swift ins Gericht. Gewiss, manche Erzählung wird sehr gelobt, "Der Tunnel" vor allem; hier finde sich, selten genug für den sonst aufs Finstere fixierten Autor, gar einmal die Möglichkeit von Helligkeit und Glück. Kurz geht Maar die Erzählungen des Bandes durch, findet manche "stark" ("Chemie"), andere "allegorisch klappernd" ("Die Uhr"), kann sich zuletzt aber des Eindrucks nicht erwehren, dass sie alle nach demselben Muster gestrickt sind. "Großer Plot A" plus "kleiner Plot B", die sich "pointenlos" am Ende dann begegnen. Das steht denn doch, klagt Maar, dem "Kunstgewerblichen" mitunter recht nah. Und nach einem genaueren Blick auf einzelne Metaphern und Vergleiche formuliert der Rezensent sogar den Verdacht, dass Swift vielleicht ein "Blender" sei. Da erschrickt er dann aber ein bisschen vor sich selbst und räumt gleich ein, dass das womöglich ein doch "nicht ganz gerechtes" Urteil sei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2006

Einen sicheren Instinkt für geeignete Sujets habe Graham Swift schon in seinen frühen, nun auf deutsch erschienenen Erzählungen unter dem Titel "Schwimmen lernen" bewiesen, wie Tilman Urbach anerkennend urteilt. Dieses untrügliche Gespür Swifts belegt er mit mehreren Plotbeispielen, die allesamt auf die verbindende Ebene der einzelnen Geschichten weisen: die verfahrene Lage und depressive Situation der Figuren, die in zugespitzten und meist von Verlust und Trauer geprägten Momentaufnahmen aufzubrechen drohen. Dem Rezensenten scheint der leise und unaufdringliche Tonfall, hinter dem jederzeit der Absturz in die Katastrophe lauert, ganz gut gefallen zu haben, jedenfalls betont er die Möglichkeit der Hoffnung, die Swift seinen Erzählungen, indem er sie in unbestimmter Offenheit beschließt, mit auf den Weg - jenseits der Buchdeckel - gibt.
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