Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Roddy Doyle

Rory und Ita

Eine irische Geschichte

Cover: Rory und Ita

Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN-10 3446205683
ISBN-13 9783446205680
Gebunden, 316 Seiten, 21,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Renate Orth-Gutmann. Rory und Ita beschreiben ihr einfaches Leben und ihre Liebe in einem noch weitgehend ländlichen Irland. Abwechselnd erzählen sie von ihrer Kindheit und Jugend im Irland der 20er und 30er Jahre, von ihren Berufen als Schriftsetzer und Hausfrau, von Heirat, Familie und Festen. Aus Anekdoten und sinnlichen Erinnerungen an Farben, Geräusche und Gerüche entsteht das Mosaik eines ganzen Lebens. Eine liebevolle Annäherung Doyles an seine Eltern und ein persönliches Dokument irischer Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2005

So deutlich vernehmbar wie Stephan Maus, hat lange kein Rezensent gegähnt. Die Lebensgeschichte, die er unter die Augen bekommt, wirkt dermaßen einschläfernd, dass er ganz fiese Vergleiche anstellt: Was jeder x-beliebige Spießer beim Bier in seinem "Baumarkt-Gartenhäuschen" zu erzählen hat, meint Maus, könne auch nicht langweiliger sein als die "irische Geschichte" der Eltern Doyle. Dass das Leben unter Umständen nicht mehr hergibt, ist das Eine, dass jemand mit so wenig Fantasie wie die Doyles allerdings eine ganze Chronik füllen muss, kann Maus nicht begreifen. Die bei Maus durchaus vorhandene Sehnsucht nach Geschichten aus dem irischen Leben, bleibt jedenfalls schreiend ungestillt. Da helfen auch Roddy Doyles Fußnotenkünste nichts.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2005

Renate Wiggershaus ist von diesem Buch, in dem sich der irische Schriftsteller Roddy Doyle nach Romanen, Kinder- und Jugendbüchern und Theaterstücken erstmals der "Memoirenliteratur" zuwendet, begeistert. Doyle hat Gespräche mit seinen Eltern aufgezeichnet, chronologisch geordnet, knapp kommentiert und mit einem Glossar und Anmerkungen versehen, erklärt die Rezensentin. Die Eltern des Autors erzählen aus ihrem an sich gänzlich "unspektakulären" Leben und ziehen die Leser dennoch bis zur letzten Seite "in ihren Bann", so die hingerissene Wiggershaus. Das liegt ihrer Meinung nach zum einen daran, dass die Eltern so "anschaulich" von einer Welt in bewegten Zeiten zwischen irischer Unabhängigkeit und Zweitem Weltkrieg berichten, die heute verschwunden ist. Zum anderen aber erlangt das Buch durch die "menschliche Zugewandtheit" der Eltern seinen besonderen Reiz, schwärmt die Rezensentin, der es die mit "Wärme und trockenem Witz" geschilderten Lebensgeschichten aus Irland angetan haben. Ein besonderes Lob ist ihre auch die "flüssige" Übertragung ins Deutsche von Renate Orth-Guttmann wert, an der sie lobt, dass sie den "lapidaren, umgangssprachlich flotten Ton" hervorragend getroffen hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2005

Renate Schostack würde diese Sammlung von Erinnerungen - "Protokolle einer mündlich überlieferten Alltagsgeschichte", erzählt von den Eltern des Autors - liebend gern gegen einen Roman von Roddy Doyle tauschen. Da haben die Ereignisse immer auch universelle Aspekte, hier sind sie vor allem privat; da sind "Höhen und Niederlagen des Lebens" in eine kunstvolle Komposition gerbacht, hier plätschern die Episoden so dahin. Vor allem aber fehlt ihr die "Magie" der Fiktion. Was Rory und Ita Doyle aus ihrem Leben zu berichten haben, findet Schostack nett und interessant, aber auch ein wenig zu nett und nicht interesssant genug, um die Namen der "mehr als achtzig Vettern und Basen ersten Grades" auseinanderzuhalten und die Fußnoten zu studieren, die dem deutschen Leser die irischen Selbstverständlichkeiten erläutern. Zumal beispielsweise die Erinnerungen an den Krieg eher belanglos ausfallen, und der politische Blick beschränkt bleibt. Ein weiterer Mangel: Sprachliche Schnitzer, die auf die Kappe des Lektorats oder der Übersetzerin gehen.

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