Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. In seinen Erzählungen entfaltet sich Haruki Murakamis ganze Zauberkraft: Zwei verliebte Teenager betrachten im Zoo ein junges Känguruh und entdecken in dessen Jugend sich selbst. Auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch streitet ein Mann mit dem Türhüter über das Passwort. Ein Rollstuhlfahrer verwickelt einen Touristen in die verstörende Auseinandersetzung über Messer und die geheime Mechanik von Familien. Ein Nachtwächter entwickelt nach der Begegnung mit einem Geist Scheu vor Spiegeln. Die Geschichten von Haruki Murakami sind erfüllt von Wundern und Absurditäten, die nach dem Lesen nicht mehr aus dem Kopf verschwinden.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2007
Rezensentin Marion Löhndorf fühlt sich von dem Haruki Murakami, wie er sich in dem Erzählungsband "Blinde Weide, schlafende Frau" präsentiert, ein bisschen verschaukelt. Bei einer genaueren Lektüre seiner Geschichten stellt sie nämlich fest, dass er nicht so raffiniert ist, wie man zunächst vermuten würde. Die von ihm entworfenen Szenarien sind gar nicht derart clever angelegt, so zumindest Löhndorfs Beobachtung, dass man als Leser erst vereinnahmt wird, um dann umso wirkungsvoller verunsichert zu werden. Eher resultiert seine Erzählhaltung aus einem Mangel: Es gelingt ihm ihrer Meinung nach gar nicht erst "an die umrisshaft immer erkennbaren eigenen Abgründe heranzutreten." Zu sehr ist er von dem Wunsch angetrieben, dem Leser auch zu gefallen, findet die Rezensentin. Für eine leichtere Konsumierbarkeit seiner Arbeit "überlagert er oft die erkennbar dunkleren, komplizierteren Schichten in seinem Werk" mit dem Resultat, dass sie beim Leser schnell in Vergessenheit geraten "wie Kurzgeschichten in mittelmäßigen Illustrierten".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.01.2007
Die Rezensentin Susanne Messmer ist sehr berührt von diesen alten und neuen Geschichten von Haruki Murakami, der hier ihrer Meinung nach seine ganzen erzählerischen Qualitäten ausspielt. Wieder macht er durchschnittliche Menschen "ohne besondere Eigenschaften", deren Alltag plötzlich durcheinander gerät, zu seinen Protagonisten. Im Vergleich zu seinen oft doch sehr psychologisch motivierten Romanen gefällt ihr an diesen Geschichten besonders, dass ihre Pointen oft "belanglos" und beliebig erscheinen. Gerade deshalb sind sie nach Meinung der Rezensentin besonders nachhaltig: "Sie gären nach dem Lesen noch lange vor sich hin." Deshalb kann man das Buch nach Messmers Meinung auch nur in homöopathischen Dosen geniessen - was in diesem Falle aber eindeutig als Kompliment zu verstehen ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2006
Eher kritisch betrachtet Maike Albath diese 24 Erzählungen Haruki Murakamis aus drei Jahrzehnten. Neben realistischen Beziehungsgeschichten findet sie in dem Band eine Reihe surrealistisch angehauchter, bisweilen auch mystisch anmutender Erzählungen, in denen sprechende Affen, Ehemänner aus Eis oder auf dem eines Schriftstellers wachsende alte Tanten ein Rolle spielen. Zwar scheinen ihr ein paar Geschichten handwerklich durchaus gut gemacht. Im Grunde hat sie aber den Eindruck, es vor allem Skizzen und Fingerübungen zu tun zu haben, die ob der Berühmtheit des Autors eben auf den Markt geworfen werden müssen. Überhaupt macht Albath aus ihrem Zweifel an Murakamis literarischen Bedeutung keinen Hehl, betrachtet sie seine Produktion doch als "literarische Ausprägung der Bagel-Latte-Macchiato-Sushi-Kultur": übersichtlich, für jeden was dabei, von allem etwas drin, sprachlich geschmeidig. Mit einem Wort: "ideal für Flughafenwartezeiten".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2006
Eher kritisch betrachtet Maike Albath diese 24 Erzählungen Haruki Murakamis aus drei Jahrzehnten. Neben realistischen Beziehungsgeschichten findet sie in dem Band eine Reihe surrealistisch angehauchter, bisweilen auch mystisch anmutender Erzählungen, in denen sprechende Affen, Ehemänner aus Eis oder auf dem Kopf eines Schriftstellers wachsende alte Tanten ein Rolle spielen. Zwar scheinen ihr ein paar Geschichten handwerklich durchaus gut gemacht. Im Grunde hat sie aber den Eindruck, es vor allem mit Skizzen und Fingerübungen zu tun zu haben, die ob der Berühmtheit des Autors eben auf den Markt geworfen werden müssen. Überhaupt macht Albath aus ihrem Zweifel an Murakamis literarischer Bedeutung keinen Hehl, betrachtet sie seine Produktion doch als "literarische Ausprägung der Bagel-Latte-Macchiato-Sushi-Kultur": übersichtlich, für jeden was dabei, von allem etwas drin, sprachlich geschmeidig. Mit einem Wort: "ideal für Flughafenwartezeiten".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006
"So etwas nennt man Weltliteratur!" jubelt Rezensent Helge Timmerberg über die Geschichten in diesem Band. Zwar haben sie es ihm nicht leicht gemacht, entnehmen wir der sehr subjektiven Schilderung seines Lektüreerlebnisses. Es gebe keine Pointen, oft nicht mal einen richtigen Sinn. Ihre Sensationen bewahrten diese Geschichten in ihrer Mitte, und gingen immer irgendwie "belanglos" aus. Aber "irgendwas" zog Timmerberg trotzdem immer wieder in die Erzählungen hinein. Worum es dabei geht ist seiner Schilderung nicht ohne Weiters zu entnehmen. Allerdings braucht es offensichtlich eine ordentliche Portion Masochismus, um sie richtig genießen zu können. Denn der Rezensent schreibt, dass er sich von Murakami mit den Geschichten stundenlang "mit spitzen kleinen Schuhen" vors Schienbein getreten fühlte, und das sehr genossen hat.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







