Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sibylle Berg

Gold

Cover: Gold

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN-10 3455003281
ISBN-13 9783455003284
Paperback, 256 Seiten, 12,73 EUR

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Klappentext

Bevor Sibylle Berg ihren ersten Roman schrieb, arbeitete sie als Kolumnistin und Reporterin für Allegra, das Zeit-Magazin oder den Stern. "Gold" trägt die Perlen dieser Tätigkeit zusammen: Reiseberichte aus Wien, Bangladesch, Weimar und Castrop-Rauxel, Porträts von Gerhard Schöder, Haruki Murakami und Phillip Boa, Sachbuchprosa zur Erfindung des Strumpfes und zur Talkshow-Kultur sowie Reportage-Klassiker wie den Besuch beim polnischen Massenmörder Leszek Pekalski. Dazu gesellen sich Prosastücke, die im Spiegel oder im Suhrkamp Verlag erscheinen sollten, jedoch nie erscheinen durften. Und Frau Berg erinnert an die geschliffensten Passsagen aus Verrissen, die berühmte Kritiker ihren Büchern angedeihen ließen. Zu guter Letzt bietet diese Sammlung die absurdesten Zuschriften an die Autorin und drei noch nie gedruckte Berg-Gedichte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2000

Der Rezensent Bruno Steiger nimmt die umstrittene Schriftstellerin und Journalistin Sybille Berg in Schutz. Ihre Kritiker (einige Leser- und Ablehnungsbriefe diverser Redaktionen hat die Autorin in "Gold" aufgenommen) haben zwar Recht: Sybille Berg schreibt "flapsig und humorlos, einseitig und ungerecht", aber, so Steiger, sie schreibt bewusst so. Bergs literarische Stärke solle man nicht im Sprachstil suchen, sondern in den Figuren, die sie dadurch abbilde. Und die sind stets subjektiv, desillusioniert und verletzlich, leben in einer "höllischen Welt" und sind voll des Selbstmitleids. Auch "Gold", die umstrittenste Textsammlung der Autorin, gebe darüber Aufschluss.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2000

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ist angenehm überrascht, dass sich hinter dem kostbar-funkelnden Schutzumschlag nicht wieder ein "sogenannter Roman", sondern "Journalistenprosa der maliziösen bis bizarren Art", verbirgt. Es ist eine Auswahl von Texten des Genres, meint sie, das den Ruhm der Autorin begründete, verteilt auf Kolumnen, Reportagen und Besinnungsaufsätze. Die Rezensentin ist dann auch so freundlich, uns ein bisschen an ihrer Lesefreude teilnehmen zu lassen und zitiert nach Herzenslust. Auch jenen Kritiker der "Thüringer Allgemeinen", den Sibylle Berg dadurch enttäuschte, "dass sie sich bei einer Lesung nicht auszog". Ohne Zweifel, die Kritikerin hat sich amüsiert. Aber so ganz ernst nimmt sie die Autorin wohl trotzdem nicht.

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