Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Hafenstadt, Handelsmetropole, Seemacht mit eigener Flotte, prosperierendes Gemeinwesen selbstbewusster, weltoffener Bürger - kein Wunder, dass Danzig in seiner Blütezeit als "Venedig des Nordens" bezeichnet wurde. Der Historiker Frank Fischer zeichnet die tausenjährige wechselvolle Geschichte der stolzen Hansestadt nach, die als Zankapfel rivalisierender Mächte immer wieder im Brennpunkt stand, bis sie 1945 in Schutt und Asche versank.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2006
Thomas Medicus hat sich über die Darstellung der Stadtgeschichte Danzigs von Frank Fischer enorm geärgert und findet kein einziges gutes Haar an ihr. Angesichts des Alters des Autors, 1968 geboren, hätte er eine modernere, lebendigere Darstellung erwartet, die auch methodisch auf der Höhe ist. Stattdessen werde dem Leser ein rein chronologischer Abriss der Danziger Stadtgeschichte zugemutet, in dem alles Wissenswerte nur nebenbei mitgeteilt werde, und die zudem für die Zeit nach 1945 gerade mal 11 Seiten übrig habe, schimpft Medicus. Nach dezidierten Standpunkten und Urteilen sucht er in diesem Werk vergeblich, wichtige Punkte, wie beispielsweise eine Geschichte des Hafens fehlten ebenfalls. Als gravierendste Verfehlung führt der Rezensent aber den Umstand an, dass der Autor keine polnischen Quellen bei seiner Darstellung zu Rate gezogen habe und so der "polnisch-deutsche Doppelblick", der bei der Geschichte Danzigs so angemessen wäre, nicht vorhanden sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2006
Enttäuscht äußert sich Rezensent Andreas Kossert über Frank Fischers Geschichte Danzigs. Er hat eine Darstellung der gegenwärtigen Stadt erwartet, des modernen Danzig. Fischer aber konzentriere sich auf die Vergangenheit. Kosserts Hauptkritikpunkt aber ist die einseitige Ausrichtung des Historikers auf eine deutsche Perspektive. So hält er dem Autor vor, seine Geschichte Danzigs ausschließlich auf deutsche Forschungsliteratur und Quellen zu gründen, die dann auch noch unkritisch verwendet würden. Die umfangreiche polnische Forschung hingegen werde sträflicherweise ignoriert. Zudem hätte sich Kossert eine Untersuchung deutscher und polnischer Geschichtsbilder und Mythen gewünscht.
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