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Klappentext
Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.03.2006
Hingerissen zeigt sich Katharina Granzin vom ersten von drei Teilen dieses Romans, der aus dem Leben des (real existierenden) britischen Offiziers Sir Richard Burton erzählt. Dieser war im 19. Jahrhundert in den englischen Kolonien unterwegs, so auch in Indien. Genau da spielt jener erste, bestechende Teil, den die Rezensentin Katharina Granzin "hinreißend erzählt, raffiniert aufgebaut" und seinem Helden gegenüber gerade richtig ambivalent findet. Dann aber geht es auf Pilgerfahrt nach Mekka - und das wird, zumal da wohl, mutmaßt die Rezensentin, die Erfahrungen des Muslims und Hadschi Ilja Trojanow mit hineinspielen, ein bisschen arg ausführlich. Der Autor verzettelt sich und verliert, bedauert Granzin, seinen Helden fast aus dem Blick. Noch enttäuschender das Ende in Afrika, das nicht viel mehr als eine "enttäuschende Antiklimax" bereithält. Diese Enttäuschung ändert aber nichts daran, dass die Rezensentin das Buch alles in allem doch "wunderschön erzählt" findet.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2006
Begeisterung hat Ilija Trojanows Roman über das Leben des britischen Offiziers und Abenteurers Richard Burton bei Rezensent Roman Bucheli ausgelöst. Geradezu ins Schwärmen gerät er über die Schilderung des überreichen, bunten Leben des "schillernden Exzentrikers". Er unterstreicht, dass sich Trojanow nicht dazu verführen lässt, Burtons Biografie nachzudichten oder gar mit dem Lebensroman in einen erzählerischen Wettstreit treten zu wollen. Vielmehr greife der Autor drei Episoden aus dessen Leben heraus: die Jahre auf dem indischen Subkontinent, die Reise nach Mekka sowie die Expedition nach Ostafrika. Diese Episoden forme er zu einem "Triptychon der Sehnsucht und des Scheiterns". Er lobt das "große erzählerische Geschickt des Autors, die Episoden aus mehreren immer ein wenig voneinander abweichenden Perspektiven zu erzählen. Abschließend würdigt er den Roman als "Fest für die Sinne" und "Sehnsuchtsreise" ins vorvergangene Jahrhundert. Vor allem sieht er darin aber eine "kluge, sensible, betörende, ja hinreißende Darstellung des ebenso beglückenden wie manchmal bestürzenden Zusammenpralls der Kulturen."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2006
Hingerissen ist Karl-Markus Gauß von diesem Abenteuerroman über den britischen Kolonialoffizier Richard Burton, der wirklich lebte. Burton war ein Mann, der zutiefst neugierig war auf die fremden Kulturen, die er im Dienste ihrer Majestät erkundete, erzählt Gauß. Er war in Indien, machte als erster Europäer eine Hadsch nach Mekka und entdeckte den Tanganjika-See. Er sprach zwanzig Sprachen! Zugleich scheute er sich nicht, die bereisten Länder für die Strategen der britischen Armee auszukundschaften. Ilija Trojanow Roman um diesen Mann nun gliedert sich in drei Teile, lesen wir: zuerst ist er in Indien, dann in Arabien, wo er zum Islam konvertiert, um Mekka und Medina besuchen zu können, und schließlich in Afrika, wo er einen Expeditionstrupp zu den Nilquellen führt. Das ist alles "prall erzählt", so der begeisterte Rezensent. Am besten gefällt ihm jedoch, dass der Autor seinem Helden immer einen Kontrapunkt beigibt. In Indien ist es der Diener Naukaram, dessen Erinnerungen mit den Erzählungen des Helden abwechseln. Der arabische Teil wird ergänzt durch Briefe misstrauischer osmanischer Behörden, und im Afrikateil erlaubt ein afrikanischer Gefährten den Blick aus einer anderen Perspektive. So verhindert Trojanow, dass Burton zu einem "titanischen Charakter" ohne Brüche wird, erklärt Gauß. Insgesamt sei dies "ein historischer Roman, der so spannend und intelligent, so farbenprächtig und reflexiv zugleich ist, dass er seinesgleichen sucht".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2006
Wenn man nur die Eckdaten dieses Mannes vernimmt, bekommt man schon Lust sich in dieses Leseabenteuer zu stürzen: Richard Francis Burton war britischer Offizier, Ethnologe, Sprachforscher und der erste Europäer, der es schaffte, als Perser verkleidet, nach Mekka zu gelangen. Ilija Trojanow hat nun das Leben dieses Mannes zu einem Roman ausgesponnen, den Tobias Gohlis sehr überzeugend findet. Denn der gebürtige Bulgare Trojanow ist selbst eine Art Weltensammler, so Gohlis, der viel gereist ist und in Kenia, Deutschland und Indien gelebt hat, selbst auch in Mekka war. Gohlis wird nicht müde, die Weltläufigkeit Trojanows zu bewundern, der "am tiefsten" in die von ihm beschriebenen Kulturen eingedrungen sei, mehr noch als ihm seelenverwandte Reiseschriftsteller wie Chatwin, Naipaul, Fichte, Schrott oder Ransmayr. Trojanow hat aber nicht etwa eine Biografie des exzentrischen Engländers verfasst, sondern einen Roman, der nach dem orientalischen Erzählprinzip gestrickt ist und aus wechselnder Perspektive - Reisegefährten, Dienerschaft, zufälligen Begegnungen - ein Sammelsurium an aufgeschnappten Geschichten, Gedanken, Träumen aufbereitet. Diese polyphone Struktur, so der Rezensent, biete darum weit mehr als exotisch-anekdotischen Lesestoff, nämlich einen "höchst aktuellen Dialog über Fremdheit und Fremde".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2006
Aus der Biografie von Richard Francis Burton ließen sich leicht "mehrere Abenteuerromane" machen, Ilija Troganow hat aber darauf verzichtet, konstatiert Hilal Sezgin. Der in Sofia geborene Autor, der in Deutschland und Afrika aufgewachsen ist, bietet in seinem Buch so etwas wie "historisch gesättigte Reiseberichte", die von den vielen Reisen Burtons erzählen und dabei auch noch nebenbei "unzählige wohl recherchierte" Informationen über Gegebenheiten in verschiedenen Ländern im 19. Jahrhundert bieten, stellt die Rezensentin anerkennend fest. So erhält der staunende Leser Einblick in die Welt des Opium- oder Sklavenhandels, erfährt etwas über "Sultanzölle" oder die "Bordelle Karachis", teilt die Rezensentin beeindruckt mit, die aber darauf hinweist, dass auf diese Weise dennoch keine "anschauliche Kulisse" entsteht. Denn dem Autor gehe es nicht um die aufregende, bunte Welt eines "großen Reisenden", sondern vielmehr drehe sich das Buch um das "Meta-Thema der "Fremdheit" und der verschiedenen Versuche, sich das Fremde anzueignen, erklärt Sezgin interessiert. Dabei stören Sezgin nicht nur die elend lange "Personalliste", sondern auch einige allzu "unrealistischen Passagen" sowie "politische Überlegungen", die eher aus der heutigen Zeit stammen. Insgesamt aber scheint Sezgin von diesem Buch dennoch recht angetan zu sein.
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