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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christoph Meckel

Einer bleibt übrig, damit er berichte

Sieben Erzählungen und ein Epilog

Cover: Einer bleibt übrig, damit er berichte

Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN-10 3446205721
ISBN-13 9783446205727
Gebunden, 268 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Wie erlebt das Individuum die Konfrontation mit seinem Zeitalter? Christoph Meckel zeigt anhand eines Zyklus Schauplätze einer Zeit, die überall ihre Trümmerstätten hinterlassen hat: Kasernen, die Regierungsinsel einer Diktatur, ein Monument in der Wüste - und immer wieder stellt er diesen Orten den Einzelnen gegenüber, um sich seiner Ausgangsfrage zu nähern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2005

In einer ausführlichen Besprechung des neuen Erzählungsbandes betont Helmut Böttiger zunächst den Zusammenhang zwischen dem Zeichner und Autor Christoph Meckel. Die Figuren der Texte ähneln den Figuren der Radierungen, sie "wandern in rhythmischen, suggestiven Bewegungen" durch die Geschichten, sind psychologisch nicht aufschließbar, immer wiederzuerkennen, ohne dass das je "stereotyp" würde. Auch die Meckel-Welt sei im neuen Buch der aus dem bisherigen Werk vertrauten ähnlich, wenn auch deutlicher "ins Graue verschoben", voll von Untergang, Müll, Katastrophenlandschaften. Als in gleich zwei der neuen Geschichten auftauchendes Symbol drängt ein riesiger "Koloss" sich dem Leser auf, entzieht sich aber, so Böttiger, sogleich wieder jeder eindeutigen Lesbarkeit. Besonders bewundernswert findet der Rezensent, wie es dem Autor gelingt, in jeder der Geschichten bei aller Ähnlichkeit in Anlage und Ton in seinen Variationen eine sich zusehends verdichtende Stimmung zu erzeugen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2005

Zum siebzigsten Geburtstag des Autors kommt Michael Braun, der Rezensent des neuesten Erzählungsbandes von Christoph Meckel, immer wieder auf das literarische Gesamtwerk zurück, das sich im Rückblick als recht geschlossen erweist. Weit entfernt von gängigen Realismen zeichne Meckel immer wieder das Bild einer Zivilisation am Abgrund, entwerfe Szenen nicht genau verortbarer Katastrophen und Untergänge. Das Glück hat seinen Platz nur im Augenblick und in weiblichen Figuren, die für Hoffnung und Rettung stehen. All das findet sich auch in diesem Band, allerdings in offenbar besonders faszinierender Weise, findet Braun. Seine "Neigung zum Preziösen" habe Meckel diesmal zu beherrschen gewusst, freut sich der Rezensent, der das "feine Netz aus Selbstzitaten und Anspielungen" bewundert und sich von einem Sog ergriffen fühlt, dem er "sich kaum entziehen kann".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2005

Rezensent Hans-Jürgen Schings würdigt Christoph Meckels Erzählungsband beeindruckt als "erzählerisches Haupt- und Meisterstück". Die darin versammelten Texte, die er "den vielfältigen Varianten des Weltunglücks" entspringen sieht, stammen den Informationen des Rezensenten zufolge aus dem letzten Jahrzehnt. Die darin beschriebenen Landschaften gleichen Schutt- und Trümmerfeldern in jeglicher Form, notiert er. Meckel setze zu diesem Zweck "wahre Müllkaskaden und Katarakte von Negationen" in Bewegung. Für Schings sehen diese Landschaften meist wie Müllkippen aus, die nach großen Orgien des Demolierens ins Wesenlose übergehen. Der Tod erscheine der Tod in diesen Erzählungen meist im Plural: da seien die Toten der Kriege in Afrika und auf dem Balkan, Hingerichtete, Erschossene, die Foltertoten von Diktatoren oder die Gifttoten im Umkreis höllischer Deponien. Für den Rezensenten liegt die die Stärke von Meckels Erzählung in der "unsentimentalen und pathosfernen Schilderung der vernichteten Orte, die für ihn im Verlauf der jeweiligen Erzählung einen "Sog des Verneinens" entwickelt, der schließlich stets auch die Erzähler und Berichterstatter erfasse.

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