Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Klappentext
Raoul Schrott über das Handwerk des Dichters und des Dichtens: über Schreiben und Lesen, Erklären und Übersetzen, über das Reisen und Zurückkommen, über Altertum, Gegenwart, eigene und fremde Werke.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2005
Raoul Schrott will die Poesie verteidigen, die ihm heutzutage so gefährdet erscheint, und das gelingt ihm nach Meinung von Michael Buselmeier recht eindrücklich. Der Rezensent betont mehrmals das "exorbitante" Wissen des Lyrikers, Philologen, Übersetzers und Romanciers, das er in den hier gesammelten Reden, Aufsätzen und Essays aus den vergangenen Jahren ausbreitet. Nur die ersten Texte, in denen Schrott die Schweizer und österreichische Gegenwartsliteratur kommentiert, sind Buselmeier zu "launig" geraten; in den nachfolgenden Texten, in denen er sich mit der Lyrik und dem Übersetzen befasst, präsentiere sich Schrott aber als "Poetologe in der Nachfolge der großen 'Gesetzgeber' Opitz und Lessing". Der Rezensent konnte aus ihnen einiges über die Ursprünge der Lyrik und der Wissenschaft lernen, ohne dabei einmal das Gefühl von "Bildungsschwere" zu haben. Abwechslung verschafft offenbar auch die komische Ader Schrotts, der sich immer wieder in anderen Verkleidungen präsentiert, gerade wenn er über Persönliches spricht. Und auch die Absage an die aktuelle Literaturkritik, die laut Schrott nur noch polemisiert anstatt zu verstehen versucht, scheint Buselmeier einzuleuchten.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2005
Schuster, bleib bei deinen Leisten, raunt Christoph Haas Raoul Schrott warnend zu. Nach Meinung des Rezensenten ist Schrott auf seinem angestammten Terrain der Lyrik und der Übersetzung immer noch am stärksten, den Rest sollte er anderen überlassen. Nacheinander und in Bezug auf diverse Reden und Essays spricht er Schrott Witz, satirischen Biss und die Befähigung zur Polemik ab. Beim Bericht über seine Iranreise komme Schrott über "globetrotterische Allerweltsimpressionen" nicht hinaus, im schwächsten Text des Bandes, einer Rede an saarländische Studenten, entdeckt Haas nur "kulturkritische Gemeinplätze". Wenn Schrott dagegen seine Praxis der Nachdichtung historischer Texte "beredt" verteidigt, folgt der Rezensent ihm gerne bis zur letzten Zeile. Meist aber wirkt der Autor in diesem Band "so wenig überzeugend wie Bruce Willis als Zettel in einer Aufführung des 'Sommernachtstraums'", behauptet der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.06.2005
Raoul Schrott "auf der Höhe einer essayistischen Intelligenz"! Michael Braun hat den Dichter ein brillantes Plädoyer als Anwalt in eigener Sache halten hören und plädiert auf längst überfälligen Freispruch vom Vorwurf der Scharlatanerie und des Plagiats. Das "Handbuch der Wolkenputzerei", so Braun, ist nämlich keine zufällige Zusammenstellung mehrerer Essays, sondern ein poetologisches Manifest in mehreren Teilen, eine Kompilation von "Grundsatzerklärungen und Verteidigungsreden", in denen Schrott "all die beckmesserischen Einwände" zerpflückt, "die gegen sein Verfahren der obszön-drastischen Nachdichtung antiker Autoren wie Catull oder Sappho vorgetragen worden sind". Die Essays demonstrieren für den Rezensenten Schrotts "universalpoetischen Furor" (hier im Text zu Friedrich Rückert offenbart) und auch den Zusammenhang zwischen seiner autobiographischen Legendenbildung und seinem Verständnis von Literatur. Fazit des Rezensenten: Ein Gaukler beschreibt die wunderbare Wahrhaftigkeit seines Tuns.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2005
Das Bild, das der Dichter Raoul Schrott sich von der Dichtung macht, hat sich verändert. Nico Bleutge, der Rezensent dieses neuen Bandes mit essayistisch-poetologischen Mischwerken registriert es durchaus erfreut. Herrschte früher die Metapher von der "Maschine" und ihrem "Uhrwerk" vor, so verspreche die neue Rede von der "Wolkenputzerei" doch eine neue Leichtigkeit. Zum Teil findet sich diese etwas entspanntere Ansicht wohl auch in den Erwägungen selbst - ein Problem, das der Rezensent mit Schrott wohl durchweg hat, begegnet ihm dennoch wieder: die Nähe zum "Formalismus". Der Autor gehe stets vom "Vorhandenen" aus, die "Originalität" kommt zu kurz. Freilich ändere das zum einen nichts daran, dass Schrott stets "Kluges" mitzuteilen haben, und zum anderen auch nichts daran, dass sich das Lektorat des Bandes ärgerlich wenig Mühe gegeben hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2005
Das Fazit vorweg: Dies ist, so Thomas Meissner, ein "Parforceritt durch das Reich der Poesie und des Wissens, der jegliche zeitliche, kulturelle, sprachliche oder disziplinäre Barrieren souverän überwindet". Doch wie liest es sich? Es ist, erklärt Meissner, einerseits durchaus ein Buch, in dem Wissen zur Aneignung durch den Leser bereit liegt. Schwer wiegendes "Bildungsgut". Aber! Es geht ja um die Dichtung, das Geschäft der "Wolkenputzerei", und deshalb wäre dieses Handbuch ein schlechter Führer, würde es nicht auch ein paar Leitern in den Himmel stellen. Raoul Schrott, lobt der Rezensent, gelingt beides. Und es gelingt ihm, weil er selber in zwei Verkleidungen auftritt: als "kundiger Führer und Wissender" zum einen, zum anderen als "Spieler und Taschenkünstler". Den einen kann man zitieren, dem anderen ist nicht zu trauen, vor allem, wenn er über sich selbst spricht. Der eine breitet eine Welt aus, der andere spielt mit ihr, hebt sie mit unzähligen Metaphern aus ihrer "Erdenschwere". Und so fährt, schreibt Meissner, "der augenzwinkernde Bänkelsänger und artistische Spielmann ... dem poeta doctus bei allzuviel Gelehrsamkeit in die Parade".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







