Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Heide Ringe, Ralph Dutli und Hans Adrian. Eigentlich ziehen König Leonzio und seine Bären von den schneebedeckten Bergen nur ins Tal, um Leonzios Sohn Tonio zu finden, der von Jägern gefangen wurde. Der Bärenkönig weiß, was sie unten erwartet: Die Menschen sind schlecht und werden von einem grausamen Großherzog beherrscht. Die Bären besiegen den Herzog und Leonzio wird ein gerechter König über Bären und Menschen. Doch die Schlechtigkeit ist den Menschen nie ganz auszutreiben und bald passen sich ihnen die ersten Bären an ... Ein Klassiker der italienischen Kinderliteratur!
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2005
"Kunstvolle Schlichtheit und transparente Heiterkeit" dieses 1945 zuerst im Original erschienenen Märchens haben Rezensentin Gundel Mattenklott sehr begeistert. Wie der Prinzipal eines Puppentheaters führe der Erzähler durch die Handlung, deren Helden Mattenklotts Informationen zufolge sizilianische Bären sind. In einer bunten Folge von Episoden werde erzählt, wie diese braven Bären das Zusammenleben mit den Menschen aus guten Gründen nach einigen Jahren aufkündigen, da sie sich von den bösen Menschen zu allerlei Lastern verführt sahen. Die Rezensentin mag auch die Kombination von Text und Zeichnungen sehr, deren Vielschichtigkeit ihrer Beschreibung zufolge von der pointierten Federzeichnung über Arabesken und Silhouetten bis zu atmosphärisch dichten Farbtafeln reicht. Zum Vorlesevergnügen wird das Buch für den Rezensenten besonders durch seine Übersetzung, in der sie die an der "mündlich angenäherten Prosa" häufig in "phantasievoll gereimte, manchmal anmutig holpernde Verse" übergehen sieht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2005
Das besprochene Buch ist in Sieglinde Geisels Rezension eher nebensächlich. Eher dient die Besprechung als Aufhänger für einen ausführlichen Exkurs über die erzählerische Funktion der Tierwelt in der Kinder- und auch der Erwachsenenliteratur. Im Fall des erstmals 1945 erschienenen Buches von Dino Buzzati ist "Zivilisationskritik" die Stoßrichtung, die Tierwelt bietet die Voraussetzung für eine "geistige Tabula rasa". Es geht um die Dekadenz und die Gier nach Macht, in der sich Bären sich verlieren - wohl nach dem Vorbild der Menschen, mit denen sie eng zusammen leben.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2005
Der Kinderbuch-Klassiker von Dino Buzzati, der 1945 als Jugendbeilage der Mailänder Tageszeitung "Corriere della sera" erschien, erzählt von einem "ganz anderen Sizilien", in dem es schneebedeckte Berge und Bären gibt, stellt Henning Klüver fasziniert fest. Die Geschichte handelt von einem Bärenstaat, deren Bewohner auf der Suche nach dem entführten Königssohn Tonio in die von Menschen besiedelte Ebene ziehen, dort "Tyrannen" und andere Bösewichter besiegen und schließlich die Herrschaft übernehmen, fasst der Rezensent zusammen. Klüver findet die Geschichte, die in Versen und Prosa erzählt wird und die der 1972 gestorbene italienische Autor selbst illustriert hat, "spannend" und meint, dass man ihr auch die "Traurigkeit"der Kriegsjahre und den "Wunsch nach einer besseren Welt" durchaus anmerkt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.04.2005
"Eine wunderschöne Wiederentdeckung, eine Herausforderung für jeden Vortragskünstler" jubelt Rezensent Reinhard Osteroth über Dino Buzattis Abstecher ins Reich der Kinderliteratur von 1945. In Prosa, Versen und Illustrationen erzählt der Autor, wie vor undenklichen Zeiten die Bären aus den Bergen herabstiegen, Sizilien eroberten und nach kurzer Zeit einsahen, dass sie doch besser wieder in die Berge zurückkehren sollten. Eine schöne, brillant geschriebene Fabel, die "überraschende Ausdeutungen" bereit halte, freut sich Osteroth.
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