Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Erweiterte Auflage. Aus dem Englischen von Udo Rennert. Mit einem Nachwort von Dieter Langewiesche. Eric Hobsbawm gilt als einer der wichtigsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Seine Analyse zur Geschichte der Nationen und des Nationalismus ist ein Klassiker der Geschichtswissenschaft und hat bis heute nichts an Aktualität und Bedeutung verloren. Es war der um 1780 entstehende moderne Nationalismus, der unserer heutigen Welt ihr politisches Gesicht verliehen hat. Gegenwärtige Prozesse wie Europäisierung und Globalisierung können losgelöst von nationalen Maßstäben und Kategorien, die in den letzten 200 Jahren geprägt wurden, nicht erklärt werden. Hobsbawm wagt eine Bewertung des folgenreichen Begriffs der Nation und der entsprechenden Bewegungen, deren Lektüre ein Muss für jeden ist, der sich mit dem Thema auseinander setzt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2005
Rezensent Christoph Jahr schätzt den "nüchternen Blick" Eric J. Hobsbawms auf das sehr "emotionsgeladene" Thema Nationalismus. Eindrücklich wie kaum ein anderer verstehe es Hobsbawm, der aufgrund seiner Biografie immunisiert sei, "den Verlockungen des nationalistischen Denkens auf den Leim zu gehen", die Geschichte des Nationalismus zu erzählen, schwärmt Jahr. Würde wirklich jede "Nation" einen eigenen souveränen Staat schaffen wollen, so Hobsbawms These, hätte dies schlimme Folgen für die Lösung der politischen und ethnischen Probleme der Welt. "Konsequent" beschreibe der Historiker die heutigen Nationalstaaten als Produkt spezifischer historischer Umstände. Der von Hobsbawm mitgeprägte Begriff der "invention of tradition" mache die Bedeutung der kulturellen Sphäre deutlich, die die "imaginierte" Nation für ihre Glaubwürdigkeit benötige. Hobsbawm grenze sich von postmodernen und poststrukturalistischen Ansätzen ab, für die "Geschichte nur noch Diskurs" ist. Seine Absicht sei es aufzuklären, "weil seine Lehre aus zwei Jahrhunderten Nationalismus lautet, dass sich diese Geschichte um der Zukunft der Menschheit willen nicht fortsetzen dürfe". Das zu den Klassikern der neueren Nationalismuforschung gehörende Buch liegt in einer von Dieter Langewiesche "kenntnisreich" erläuterten Neuausgabe vor.
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