Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sandor Marai

Land, Land

Erinnerungen. Band 2

Cover: Land, Land

Oberbaum Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 393331416X
ISBN-13 9783933314161
Gebunden, 180 Seiten, 19,43 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. Herausgegeben von Siegfried Heinrichs.

Rezension Perlentaucher

Es sind keine Memoiren, es sind - wie der Untertitel ganz richtig sagt - Erinnerungen. Sandor Marai sitzt im amerikanischen Exil und versucht möglichst ruhig sich und seinen Lesern zu vergegenwärtigen, wie er den Einmarsch der Russen in Ungarn erlebte. Er tut es mit dem Blick für das einprägsame Detail, dem man sich sofort anvertraut, demgegenüber aber gerade darum äußerste Vorsicht angebracht ist. Eines Morgens übernimmt ein russischer Konvoi Marais Haus und Hof. In wenigen Stunden haben die Soldaten eine Reparaturwerkstatt für ihre Fahrzeuge und das Kriegsmaterial eingerichtet. Vierzehn Tage bleiben sie dort. In dieser Zeit haben sie alles zerstört. Nicht weil sie es wollten, sondern, weil sie, wenn sie zum Beispiel ein Brett brauchten, es aus einer Tür herausbrachen, statt sich ein neues zuzuschneiden...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.09.2000

In einer sehr umfangreichen Sammelbesprechung rezensiert Klaus Harpprecht mehrere Bücher von Sandor Marai. Dabei informiert der Rezensent nicht nur ausführlich über das Leben des Dichters, sondern bringt auch mehrfach sein Bedauern, ja Entsetzen darüber zum Ausdruck, dass Marai - den er in mancher Hinsicht mit Joseph Roth, Stefan Zweig, Robert Musil und anderen in eine Reihe stellt - so lange Zeit fast völlig in Vergessenheit geraten ist. "Wo hatten wir unsere Augen, wo unsere Ohren?", fragt Harpprecht, der sich von der Neuentdeckung von Marais Werken begeistert zeigt. Harpprecht weist zunächst darauf hin, dass die beiden Bände "Land, Land" bereits 1972 in Kanada erschienen sind. Marais erinnert sich hier, wie der Leser erfährt, an den Einmarsch der Sowjetarmee in Budapest, die er und seine Frau damals als Befreiung erlebt haben, auch wenn sie wussten, dass es keineswegs eine wirkliche Freiheit bedeutete. Früh habe Marai den "schleichenden Prozess der Gleichschaltung" bemerkt, besonders als er feststellte, dass die Sicherheitspolizei 1946 nicht nur das Gebäude der faschistischen 'Pfeilkreuzler' bezog, sondern auch aus den gleichen Leuten bestand. Marai und seiner Frau gelingt die Ausreise in die Schweiz und damit in die Freiheit, die allerdings wiederum als beängstigend erlebt wird.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle

09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren