"Natürliche Gedichte" - unter diesem Titel hat Hans Magnus Enzensberger eine Auswahl aus seinem gesamten lyrischen Oeuvre getroffen. Es sind keine traditionellen Naturgedichte. Zwar finden sich deren Motive auch hier, der blühende Kirschbaum, Schwäne und Wolken, die See und die Jahreszeiten, doch ganz anders, als man sie von Naturgedichten erwartet. Stets tritt eine Verunsicherung, eine Störung ein, mit einem überraschenden Bild (ein Hase im Rechenzentrum), mit einer unerwarteten Metapher (das neuronale Netz als Affenbaum). Hier ist nichts von Naturmagie oder Idylle ("Ich weiß nicht, wie Manna schmeckt"), hier ist die Natur zur Chiffre für das Bedrohte und die Bedrohung zugleich geworden ("Der Eisberg kommt auf uns zu / unwiderruflich").
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…