Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Garton Ash ist der Geschichte auf den Fersen, nun in seinem neuen Buch über die postkommunistischen Jahre seit 1989 und über die Zukunft des europäischen Ostens. Er berichtet vom vereinigten Deutschland bis zum blutigen Chaos im Kosovo heute, vom Umgang Westeuropas mit den Nachbarn im Osten und dem Alltag und Lebensgefühl der postkommunistischen Gesellschaften.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2000
Reinhard Veser sieht die Stärken dieser Reportagen vor allem in der Nähe Ashs sowohl zu den Ereignissen, die er beschreibt, wie auch zu den Personen. So hebt der Rezensent besonders das Porträt der Polin Helena Luczywo hervor, die in den achtziger Jahren - in ihrer Küche - die Zeitung "Robotnik" herausgab und heute stellvertretende Chefredakteurin der größten Tageszeitung Polens ist. Der Autor kennt sie schon lange und hat nach Ansicht Vesers ein eindrucksvolles Bild ihrer Wandlung zur Unternehmerin (die heute ein beachtliches Aktienpaket besitzt und an Gewerkschaften kein Interesse mehr hat) gezeichnet. Durch Geschichten wie diese, gelingt es Ash, so Veser, Veränderungen in Polen anschaulich zu machen, auch wenn sich so manche Einschätzung des Autors aus den frühen neunziger Jahren inzwischen als unzutreffend erwiesen habe. Veser stört allerdings eines an diesem Buch ganz erheblich: Seiner Ansicht nach stellt sich Ash selbst zu häufig in den Vordergrund. Viel zu häufig weise er darauf hin, dass er die Protagonisten ja bereits kannte, als sie noch Dissidenten waren, wodurch ein "schaler Nachgeschmack" beim Lesen entstünde. Dabei habe Ash dies eigentlich "nicht nötig", findet Veser.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Die Frage, ob es Sinn macht, mehrere Jahre alte Essays dieser Art heute in einem Buch zu veröffentlichen, beantwortet Daniel Brössler mit einem "Ja" und schliesst sich damit Ashs Überzeugung an, dass Augenzeugen oftmals über eine zuverlässigere Urteilskraft verfügen als die rückblickende Geschichtswissenschaft. Nach Brössler ist stets Ashs Befürchtung spürbar, Ereignisse könnten zu leicht in Vergessenheit geraten und politische Chancen vertan werden. Dieses Engagement macht für den Rezensenten offensichtlich eine der Stärken dieses Buches aus. Bei seinen Betrachtungen sei Ash darüber hinaus vielseitig: Neben Gesellschaftsbildern gebe es beispielsweise auch ein persönliches Porträt von Vaclav Havel, und stets beleuchte Ash die Fragen auch im geografischen und historischen Kontext.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Wolfgang Templin rezensiert Timothy Garton Ashs Reisen in das Osteuropa der neunziger Jahre "Zeit der Freiheit``. Templin sieht das Buch im Dreiländereck von Journalismus, Geschichtsschreibung und Literatur angesiedelt. Für ihn ein Wagnis, aber eben auch der Reiz des Buches. Eindrückliche Reisereportagen sieht Templin in dem Buch verbunden mit klugen Reflexionen. Ash nimmt, so Templin, die Beteiligten und Betroffenen ernst, und bleibt deswegen auch in Kritik und Analyse sympathisch und glaubwürdig. Besonders angetan ist Templin allerdings von den Kapiteln, die die Lebensläufe ehemaliger Dissidenten und ihr heutiges Dilemma schildern. Aus ganzem Herzen scheint er Ashs These zu teilen, dass man in seinem Leben Intellektueller und Politiker sein kann, aber nie beides gleichzeitig.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







