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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Annemarie Schimmel

Ein Buch namens Freude

Gedichte von Frauen aus der islamischen Welt

Cover: Ein Buch namens Freude

C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN-10 3406522416
ISBN-13 9783406522413
Gebunden, 140 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Gudrun Schubert. Ausgewählt, übersetzt und mit einer Einleitung von Annemarie Schimmel. Dieser Band, an dem Annemarie Schimmel bis kurz vor ihrem Tod gearbeitet hat, versammelt rund 100 Gedichte, die sie aus dem Arabischen, Türkischen, Persischen, Usbekischen, Urdu und Sindhi übersetzt hat. Das Spektrum reicht von Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed, bis zu den faszinierenden Gedichten muslimischer Frauen der Gegenwart, von anonymen Liedern über klassische Ghaselen bis zu freien Versen.
Ein besonderes Interesse der großen Orientalistin Annemarie Schimmel galt der Lebensweise und den Lebensbedingungen von Frauen im islamischen Orient. Bei ihren langen Aufenthalten in islamischen Ländern konnte sie Einblicke in häusliche Verhältnisse, Gedanken, Wünsche und Befürchtungen von Frauen gewinnen, die ihren männlichen Kollegen nie möglich waren. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei Dichterinnen im Orient, in deren Werken sie eine ganz eigene poetische Qualität ausmacht. Über die Jahre hat sie Gedichte von der islamischen Frühzeit bis zur Gegenwart zusammengetragen und übersetzt. Viele Dichterinnen hat sie persönlich gekannt.
Der Schwerpunkt dieser Anthologie liegt daher auf dem 20. Jahrhundert. Aber auch Dichterinnen aus der Frühzeit des Islam, mittelalterliche Mystikerinnen und viele andere Poetinnen kommen zu Wort, die sich mit der Schönheit und Macht ihrer Sprache gegen das Verdikt, Frauen könnten und dürften nicht dichten, durchgesetzt haben. Ihre Verse bieten uns einen seltenen Einblick in Literatur und Alltag der islamischen Welt - und lassen uns teilhaben an Gefühlen und Stimmungen, die uns fremd und doch vertraut sind.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Annemarie Schimmel bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2004

Katharina Mommsen ist beglückt darüber, dass es Annemarie Schimmel vor ihrem Tod noch vergönnt war, diese Zusammenstellung zu konzipieren und äußerst "informativ" einzuleiten, und ebenso lobt sie die editorische Arbeit von Schimmels "Nachlassverwalterin" Gudrun Schubert. Von Fatima, Tochter des Propheten Mohammed, bis in die Gegenwart - so weit sind die Seiten dieser Anthologie gespannt, mit einem Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert. Die Gedichte überspannen den Globus vom Sudan bis nach Afghanistan, von Usbekistan bis Andalusien. Dass der Leser dennoch kein Ziegelstein in der Hand hält, liegt daran, dass es Frauen im Islam lange verwehrt war, ihren Gefühlen dichterisch Ausdruck zu verleihen - umso schöner und wichtiger dieses Buch.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004

Der Rezensent mit dem Kürzel "tost" zeigt sich vom überwiegenden Teil dieser Gedichtsammlung, die Annemarie Schimmel aus Gedichten von Frauen aus der islamischen Welt aus einem Zeitraum von 500 Jahren zusammengestellt hat, sehr eingenommen. Er vermutet, dass die Lyrik in dieser Kultur äußerst "präsent" gewesen sein muss, wenn Frauen auch unter erschwerten Bedingungen und Ausschluss aus der Öffentlichkeit derart überzeugende und starke Gedichte verfasst haben. Hier zitiert der begeisterte Rezensent als Beispiel die Verse der Kalifentochter Ulayya, die ca. 800 nach Christus entstanden sind und die ihn wegen ihrer "Knappheit" und ihrer "fast surrealen Leichtigkeit" faszinieren. Weniger überzeugt haben "tost" dagegen die Gedichte aus neuerer Zeit, hier stört ihn das "moralische Engagement", das er darin allenthalben spürt.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.09.2004

In dieser Anthologie von Gedichten islamischer Frauen aus 1400 Jahren, von der Orientalistin Annemarie Schimmel ausgewählt, aus dem Türkischen, Arabischen Persischen Usbekischen, Urdaischen und Sindhischen übersetzt und mit einem Vorwort versehen, hat Walter van Rossum gern geschmökert. Es ist Lyrik aus verschiedenen Teilen der islamischen Welt und umfasst so Unterschiedliches wie Totenklage, Liebesgedicht, Naturbetrachtung und Kinderlied, erklärt der Rezensent. Ihm gefällt besonders, dass der Leser durch den Blickwinkel der Gedichte dazu gebracht wird, jenseits seiner Vorurteile die "islamische Frau mit ihren Augen" zu sehen, wie er angetan betont. Mit diesem Gedichtband, von Gudrun Schubert postum "nach den Wünschen" Schimmels herausgegeben, hat sich die Orientalistin, die im letzten Jahr gestorben ist, selbst den "schönsten Nachruf" geschrieben, lobt Rossum.

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