Simone Tavenrath

So wundervoll sonnengebräunt

Kleine Kulturgeschichte des Sonnenbadens
Cover: So wundervoll sonnengebräunt
Jonas Verlag, Marburg 2000
ISBN 9783894452582
Gebunden, 128 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Noch vor 100 Jahren galt die gebräunte Haut nicht als ein Schönheitsmerkmal - im Gegenteil: man hielt sich bedeckt. Im Laufe eines Jahrhunderts jedoch hat die Körperbräune einen umfassenden Imagewandel erlebt. Zunächst noch Begleiterscheinung von Höhensonnentherapien, wurde sie schon bald zum vorzeigbaren Statussymbol für Erholung und Sonnenurlaub. Heute gibt es verschiedenste Möglichkeiten, den Bräunungseffekt zu erzielen: die Bräune aus der Steckdose und aus der Tube, die Bräune von innen und die `klassische` Form des Sonnenbadens. Mit kriminalistischem Blick spürt die Autorin den kulturellen Bedeutungen von symbolischen Gegenständen und rituellen Praxen im Umfeld des Sonnenbadens nach. Sie fördert bisher unbeachtetes Quellenmaterial wie Karikaturen, Werbekampagnen und Ratgeberliteratur zu Tage. Besonders berücksichtigt werden dabei auch aktuelle Entwicklungen, die im Zeichen von Ozonloch und `neuer Blässe` stehen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.06.2000

Dies sei eine Magisterarbeit in Buchform gebracht, die Jenni Zylka zufolge alle Nachteile einer universitären Abschlussarbeit mit sich bringt, nämlich langatmig und umständlich geschrieben ist, aber dennoch von der Rezensentin mit Gewinn gelesen und betrachtet (Photos!) wurde. Bislang hat sich keine(r) einer Kulturgeschichte des Sonnenbadens unter speziell deutschem Blickwinkel angenommen. Die Autorin schildert im ersten Teil ihres Buches die Entstehung der ersten Familienbäder nach 1900, der Nudistenvereine und insbesondere des "Teutonengrills" in der Nachkriegszeit. Was Zylka für das Buch eingenommen hat, ist der zweite Teil, für den die Autorin Sonnenmilch-Reklame der letzten 50 Jahre analysiert und im Selbstversuch Solarien inspiziert hat. Versehen mit Comics, Photos und Nachdrucken aus Benimm-Büchern verflossener Zeiten empfiehlt Zylka das Buch als erquickliche und - mit Vorsicht zu genießende - Strandlektüre.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2000

"Am Schluss winkt der Hautkrebs", warnt der Rezensent mit Kürzel "rox." in seiner Kurzkritik des Bandes - aber bis dahin scheint er die Lektüre recht amüsant und informativ gefunden zu haben. Offensichtlich wird hier die Kulturgeschichte des Badens und Sonnenbadens von der Zeit um 1800 bis heute "daten- und faktenreich" dargestellt. Der Band sei geeignet, um in der Sonne gelesen zu werden.

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