Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Klein und unscheinbar hat sie sich an die Häuser festgemacht: Die Hausnummer. Sie scheint keine Geschichte zu haben, so selbstverständlich, so alltäglich ist sie für uns geworden; doch wie so oft ist ihre Herkunft in jenem Grenzgebiet von Militär, Fiskus und vormoderner Policeywissenschaft zu verorten, in jenem Staub der Ereignisse, der bis vor kurzem nur selten Eingang in die Geschichtsbücher fand. Das vorliegende Buch zeichnet die Geschichte der Hausnummer von ihrer Einführung in vielen europäischen Städte im 18. Jahrhundert über die Verbreitung der straßenweisen Orientierungsnummern im 19. Jahrhundert bis hin zur globalen Durchdringung im 21. Jahrhundert nach. Dabei werden auch die Widerstände gegen diese Adressierungs- und Kontrolltechnik beleuchtet, denn die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner waren keineswegs immer glücklich mit dem Umstand, dass ihren Häusern eine Nummer verpasst wurde. Illustriert wird der Band durch eine Vielzahl von Aufnahmen historischer Hausnummern.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007
Sehr sympathisch ist Christian Jostmann diese Geschichte der Hausnummern des Wiener Historikers Anton Tantner. Paris hatte 1724 angefangen, 1762 London, Wien folgte 1770. Das war nach Meinung der Verwaltung auch bitter nötig, schließlich gab es in Wien und Umgebung alleine 27 Häuser "Zum Goldenen Adler", wie Jostmann referiert. Derzeit wird Addis Abeba von einem deutschen Architekten mit Straßennamen und Hausnummern versorgt, und Seoul will das "französische" Adressierungssystem mit geraden und ungeraden Nummern auf verschiedenen Straßenseiten einführen. In dem Kompendium gebe es nicht nur einiges zu lernen, beschließt Jostmann seine Empfehlung, sondern auch zu sehen, und zwar eine "hübsche" Ansammlung von Schwarzweiß-Fotografien, natürlich von Hausnummern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2007
Lehrreich scheint Helmut Mayer diese Geschichte der Hausnummer, die der Historiker Anton Tantner vorgelegt hat. Bei der Lektüre hat er unter anderem erfahren, wie es zu den verschiedenen Arten der Nummerierung kam, und auch wann und zu welchem Zweck sie überhaupt eingeführt wurden. Ausführlich berichtet er über die Hausnummer im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. Diese sei ursprünglich keineswegs dazu gedacht gewesen, dem Stadtbewohner die Orientierung zu erleichtern, sondern um Militär, Fiskus und Polizei eine bessere Kontrolle der Bevölkerung zu ermöglichen. Die frühe Geschichte der Hausnummerierungen sei damit auch eine des Widerstands gegen diesen obrigkeitlichen Verwaltungsakt gewesen. Mayer findet in dem Buch nicht nur Interessantes über die Geschichte der Hausnummer aus vergangenen Zeiten, sondern auch aus der Gegenwart. So weist er darauf hin, dass momentan in Addis Abeba die Nummern mit deutscher Hilfe eingeführt werden.
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