Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anton Tantner

Die Hausnummer

Eine Geschichte von Ordnung und Unordnung

Cover: Die Hausnummer

Jonas Verlag, Marburg 2007
ISBN-10 3894453842
ISBN-13 9783894453848
Gebunden, 80 Seiten, 15,00 EUR

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Klappentext

Klein und unscheinbar hat sie sich an die Häuser festgemacht: Die Hausnummer. Sie scheint keine Geschichte zu haben, so selbstverständlich, so alltäglich ist sie für uns geworden; doch wie so oft ist ihre Herkunft in jenem Grenzgebiet von Militär, Fiskus und vormoderner Policeywissenschaft zu verorten, in jenem Staub der Ereignisse, der bis vor kurzem nur selten Eingang in die Geschichtsbücher fand. Das vorliegende Buch zeichnet die Geschichte der Hausnummer von ihrer Einführung in vielen europäischen Städte im 18. Jahrhundert über die Verbreitung der straßenweisen Orientierungsnummern im 19. Jahrhundert bis hin zur globalen Durchdringung im 21. Jahrhundert nach. Dabei werden auch die Widerstände gegen diese Adressierungs- und Kontrolltechnik beleuchtet, denn die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner waren keineswegs immer glücklich mit dem Umstand, dass ihren Häusern eine Nummer verpasst wurde. Illustriert wird der Band durch eine Vielzahl von Aufnahmen historischer Hausnummern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Sehr sympathisch ist Christian Jostmann diese Geschichte der Hausnummern des Wiener Historikers Anton Tantner. Paris hatte 1724 angefangen, 1762 London, Wien folgte 1770. Das war nach Meinung der Verwaltung auch bitter nötig, schließlich gab es in Wien und Umgebung alleine 27 Häuser "Zum Goldenen Adler", wie Jostmann referiert. Derzeit wird Addis Abeba von einem deutschen Architekten mit Straßennamen und Hausnummern versorgt, und Seoul will das "französische" Adressierungssystem mit geraden und ungeraden Nummern auf verschiedenen Straßenseiten einführen. In dem Kompendium gebe es nicht nur einiges zu lernen, beschließt Jostmann seine Empfehlung, sondern auch zu sehen, und zwar eine "hübsche" Ansammlung von Schwarzweiß-Fotografien, natürlich von Hausnummern.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2007

Lehrreich scheint Helmut Mayer diese Geschichte der Hausnummer, die der Historiker Anton Tantner vorgelegt hat. Bei der Lektüre hat er unter anderem erfahren, wie es zu den verschiedenen Arten der Nummerierung kam, und auch wann und zu welchem Zweck sie überhaupt eingeführt wurden. Ausführlich berichtet er über die Hausnummer im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. Diese sei ursprünglich keineswegs dazu gedacht gewesen, dem Stadtbewohner die Orientierung zu erleichtern, sondern um Militär, Fiskus und Polizei eine bessere Kontrolle der Bevölkerung zu ermöglichen. Die frühe Geschichte der Hausnummerierungen sei damit auch eine des Widerstands gegen diesen obrigkeitlichen Verwaltungsakt gewesen. Mayer findet in dem Buch nicht nur Interessantes über die Geschichte der Hausnummer aus vergangenen Zeiten, sondern auch aus der Gegenwart. So weist er darauf hin, dass momentan in Addis Abeba die Nummern mit deutscher Hilfe eingeführt werden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren