Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Simone Tavenrath

So wundervoll sonnengebräunt

Kleine Kulturgeschichte des Sonnenbadens

Cover: So wundervoll sonnengebräunt

Jonas Verlag, Marburg 2000
ISBN-10 3894452587
ISBN-13 9783894452582
Gebunden, 128 Seiten, 17,38 EUR

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Klappentext

Noch vor 100 Jahren galt die gebräunte Haut nicht als ein Schönheitsmerkmal - im Gegenteil: man hielt sich bedeckt. Im Laufe eines Jahrhunderts jedoch hat die Körperbräune einen umfassenden Imagewandel erlebt. Zunächst noch Begleiterscheinung von Höhensonnentherapien, wurde sie schon bald zum vorzeigbaren Statussymbol für Erholung und Sonnenurlaub. Heute gibt es verschiedenste Möglichkeiten, den Bräunungseffekt zu erzielen: die Bräune aus der Steckdose und aus der Tube, die Bräune von innen und die `klassische` Form des Sonnenbadens. Mit kriminalistischem Blick spürt die Autorin den kulturellen Bedeutungen von symbolischen Gegenständen und rituellen Praxen im Umfeld des Sonnenbadens nach. Sie fördert bisher unbeachtetes Quellenmaterial wie Karikaturen, Werbekampagnen und Ratgeberliteratur zu Tage. Besonders berücksichtigt werden dabei auch aktuelle Entwicklungen, die im Zeichen von Ozonloch und `neuer Blässe` stehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2000

Ziemlich hingerissen ist Thomas Fischer von den "brillanten Analysen" der Marburger Kulturwissenschaftlerin. Zwar spricht er zunächst noch von einem "Büchlein", räumt aber schnell ein, dass dies tatsächlich - wie der Untertitel verspricht, eine Kulturgeschichte des Sonnenbadens ist, die sich auch mit Genuss, Gesundheit und Ökologie befasst. Sichtlich fasziniert widmet sich der Rezensent verschiedenen Unteraspekten dieser ursprünglich als Magisterarbeit entstandenen Studie - der Frage etwa: "Wie also sieht die Zukunft des Sonnenbadens aus?" Bedauerlich findet Fischer bloß, dass der Überarbeitung zur Buchausgabe zahlreiche Quellenangaben zum Opfer fielen. Es entschädigt aber eine Überblick bietende Auswahlbibliografie und "liebevoll ausgewählte" Abbildungen. Am Ende hört man ihn fast "Pack die Badehose ein" trällern.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.06.2000

Dies sei eine Magisterarbeit in Buchform gebracht, die Jenni Zylka zufolge alle Nachteile einer universitären Abschlussarbeit mit sich bringt, nämlich langatmig und umständlich geschrieben ist, aber dennoch von der Rezensentin mit Gewinn gelesen und betrachtet (Photos!) wurde. Bislang hat sich keine(r) einer Kulturgeschichte des Sonnenbadens unter speziell deutschem Blickwinkel angenommen. Die Autorin schildert im ersten Teil ihres Buches die Entstehung der ersten Familienbäder nach 1900, der Nudistenvereine und insbesondere des "Teutonengrills" in der Nachkriegszeit. Was Zylka für das Buch eingenommen hat, ist der zweite Teil, für den die Autorin Sonnenmilch-Reklame der letzten 50 Jahre analysiert und im Selbstversuch Solarien inspiziert hat. Versehen mit Comics, Photos und Nachdrucken aus Benimm-Büchern verflossener Zeiten empfiehlt Zylka das Buch als erquickliche und - mit Vorsicht zu genießende - Strandlektüre.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2000

"Am Schluss winkt der Hautkrebs", warnt der Rezensent mit Kürzel "rox." in seiner Kurzkritik des Bandes - aber bis dahin scheint er die Lektüre recht amüsant und informativ gefunden zu haben. Offensichtlich wird hier die Kulturgeschichte des Badens und Sonnenbadens von der Zeit um 1800 bis heute "daten- und faktenreich" dargestellt. Der Band sei geeignet, um in der Sonne gelesen zu werden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren