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Mario Perniola
Die Kunst und ihr Schatten
Klappentext
Nur im Schatten, so Perniolas Diagnose, entfaltet sich der komplexe und enigmatische Charakter künstlerischer Erfahrung. Die Frage ist: Gibt es für die Kunst überhaupt noch die Möglichkeit von Größe - jenseits ihrer restlosen Vermarktung, ihrer Selbstauflösung in Kommunikation oder ihrer Banalisierung in der Anti-Kunst? Aus der Betrachtung der verstörenden Tendenzen und Strategien der letzten Jahre - Posthuman, psychotischer Realismus, Cyberpunk - und der Werke Andy Warhols, Jacques Lacans und Roland Barthes kommt Mario Perniola zu dem Schluss: Nur in der bewussten Hinwendung auf das Kryptische wird die Kunst als das radikal Andere erscheinen können, das sie ist. Ein wesentlicher Anstoß zu einer Debatte über den derzeitigen Status von Kunst.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2004
Der Rezensent mit dem Kürzel "rox" ist recht beeindruckt davon, was der italienische Philosoph Mario Perniola über die zeitgenössische Kunstwelt zu sagen hat. Obwohl seine Einleitung auf eine Provokationsschrift schließen lässt, belegt er seinen gradlinigen Angriffe auf die Kunstwelt doch auf eine sehr argumentative Art und Weise. Nicht nur die Struktur des Kunstmarktes, das "Parkett der gegenseitigen Abhängigkeiten" ist seiner Meinung nach ein Problem, das zu der "inhaltsleeren Affirmationshaltung der zeitgenössischen Kunstkritik" führt. Perniola sieht das Problem vielmehr in der allgemeinen "Säkularisierung und Entmythisierung", das dadurch verschärft wird, dass die Kunstarbeiter die Kunst frei von metaphysischer Befrachtung haben wollen: "Längst sei das einstmals Transitorische der Kunst auf ein handfestes Dinghaftes reduziert, wobei auch der Begriff des 'Dinges' keinerlei metaphysische Dignität mehr habe". Seine Sicht der Dinge trägt der Philosoph nach Meinung des Rezensenten auf jeden Fall eindrucksvoll vor.
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